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Schützenfest #216: 29.06. - 07.07.1996

29.06.1996 (Samstag) Das Wetter ist kalt und regnerisch. Trotzdem starten alle Wettbewerbe, um die Jungmajestäten zu ermitteln, wie vorgesehen. Bruno Odenthal, Peter Stopp und Herbert Paffrath leiten die Wettbewerbe.
Herbert Paffrath führt die Ermittlung des Kükenkönigs durch. Es gibt 8 Bewerber, die mit einem Spielzeuggewehr jeweils drei Schaumgummipfeile auf 6 pyramidenförmig aufgebaute Holzklötzchen schießen. Jeder der 8 Bewerber darf zunächst 3 Probeschüsse durchführen. Dann folgen 3 Durchgänge. Die Summe der Schüsse zählt. 18 Treffer sind theoretisch möglich.

Name D1 D2 D3 Summe
Stopp Axel 3 - - 3
Roggendorf Christian 2 5 - 7
Kappels Marcel - 4 - 4
Pullmann Andreas 2 - 4 6
Kissel Torsten - - 4 4
Darc Kai - 4 - 4
Frei Marc-Andre - 5 3 8
Paffrath Lukas - 2 - 2

Der 9 jährige Marc-André Frein ist somit Kükenkönig. Es ist viel Ehrgeiz unter den Bewerbern. Nachdem sie sich noch anfangs gegenseitig anfeuern, läßt dies schnell nach, als der Freund plötzlich mehr Komkurrent ist.
Draußen im Regen schießen die Schüler mit Bruno Odenthal mit Lufgewehr auf dem Halbhochstand auf einen kleinen Holzvogel, den Herbert Paffrath gemacht hat. Flügel, Kopf und Schweif sind aus Sperrholz, der Rumpf aus Dachlatte. Die zehn Bewerber sind eifrig bei der Sache, nur ein Schauer unterbricht sie kurz. Der 13jährige Markus Pullmann holt sich den Titel des Schülerprinzen, nachdem Daniel Ebener 1. Ritter (linker Flügel), Markus Pullmann 2. Ritter (rechter Flügel) und Timo Fischer (Schweif) geworden waren.
Das Jungschützenkönigsschießen leidet unter der geringen Teilnehmerzahl. Trotz Bemühung von Bruno Odenthal lassen sich einige Jungschützen nicht überreden mitzuschießen. Gründe nennen sie nicht. Ein Jungschütze wird von Bruno Odenthal nicht zugelassen, weil er '95 und '96 seinen Beitrag nicht bezahl hat. Somit schießen nur drei Teilnehmer mit. Schwierigkeiten machen auch die reparierten Schwerkalibergewehre. Viele Schüssen gehen in den Fang ohne den Vogel grtroffen zu haben. Die Büchsen sind noch nicht richtig eingeschossen. Den Titel des Jungschützenkönigs holt sich zum zweiten Male nach '93/'94 Michael Wolff. 1. Ritter wird Marcel Kühle, 2. Ritter wird Michael Roggendorf, 3 Ritter wird nochmal Marcel Kühle. Zwei Ehrenschüsse auf Kopf und Krone hatte Sven Kalbitzer erfolgreich abgegeben. Peter Stopp leitet den Wettbewerb. Insgesamt brauchen die Jungschützen 110 Schuß.
Abends ist dann Antreten und der Festzug durch den Ort. Das Wetter ist immer noch kalt und regnerisch. Man hofft auf einen trockenen Festzug und Zapfenstreich. Wir marschieren Pützlachstraße, Hubertusstraße, Hauptstraße, Alradstraße, Paulinenhofstraße. Bei der KG an der Narrenburg machen wir einen längeren Halt, der für 3 Kölsch ausreicht. Die Karnevals Gesellschaft gibt traditionsgemäß einen aus. Dann weiter zur Roggendorfstraße, Einsteinstraße. Da der Chef der Hunnen, Hans Zeyen seinen 50.ten Geburtstag feiert, entfällt der Empfang auf dem Markplatz Einsteinstraße/Eduard Heisstr. Einige Schützen nehmen in der Kneipe auf dem Marktplatz schnell ein paar Bier, dann gehts weiter. Wegen des Regens weichen wir vom vorgesehenen Zugweg ab und gehen via Eduard Heisstraße durch die Garagen und über den Weg an der Bahn zurück zur Roggendorfstraße. Der Zapfenstreich am Bungartshof fällt wegen des Regens aus. Wir marschieren über die Hubertusstraße und die Pützlachstraße zum Schützenplatz. Der Zapfenstreich (#5) findet dann in der Halle statt. Anschließend wie immer das Höhenfeuerwerk auf der Kuhwiese.

30.06.1996 (Sonntag) Um 10 Uhr ist Schützenmesse in der Hubertuskirche. Ich bete vor und teile Kommunion aus. Dann Antreten vor der Kirche. Kommandant Peter Kissel kommandiert: ,,Schützen stillgestanden, Achtung präsentiert für die Fahnen¡` Die beiden Fahnenträger, begleitet von zwei Offizieren verlassen die Kirche und reihen sich in die Reihen der Schützen ein. Die Musik spielt dabei den Präsentiermarsch. Dann kommandiert Peter Kissel: ``Achtung Schützen präsentiert für unseren König!'' Der König verlässt begleitet von zwei Offizieren, dem ersten und zweiten Brudermeister die Kirche. Unter den Klängen des Präsentiermarsches marschiert er mit Krone und angelegtem Silberschmuck zu Kommandant und Adjudant, die an der Spitze der Reihe stehen. Gruß und Meldung. Dann schreitet König und Begleitung einmal die ganze Reihe ab und der König schüttelt dem letzten Schützenbruder in der Reihe traditionsgemäß die Hand. Früher war das immer Skippi (Hans Georg Ebener), der jetzt aber seit diesem Jahr Offizier ist und nicht mehr hinten bei den ,,grünen`` Schützenbrüdern ist. Meist gibt es immer etwas Gedränge, wer letzter Mann ist. Der König geht wieder nach vorne und reiht sich auf seinem Platz zwischen den beiden Brudermeistern ein. Dann Marsch über die Hubertusstraße, Hauptstraße, Rosellstraße zum Festplatz. In der Halle eine kurze Ansprache vom Brudermeister Peter Schmitz, der die Schützenbrüder und die Frauen begrüßt. Es folgt ein dreifaches Hoch auf die Majestäten, die gestern ermittelt wurden, dann auf König Josef und Königin Johanna. Der König läßt dann traditionsgemäß die St.Sebastianus Schützenbruderschaft und ihre Frauen hochleben. Dann läßt der Kommandant die Schützen stillstehen und wegtreten. Es folgt der übliche Frühschoppen. Nachmittags ist der Hauptfestzug. Um 14:45 Uhr versammeln sich die Schützen an der Kirche. Um 15 Uhr kommt der Hauptfestzug vorbei und wir nehmen die Parade ab. Das Wetter ist nicht mehr so kalt und sogar etwas sonnig. Wir marschieren dann als letzte Gruppe auch mit. Wir gehen den vorgesehenen Zugweg durch das Dorf und wieder zurück zum Festplatz. Es folgt eine kurze Ansprache des Brudermeisters Peter Schmitz, dann das Niederländische Dankgebet und die Nationalhymne. Um 17 Uhr beginnt das Schießen auf den Königsvogel. Präses Fritz Frank gibt ein paar Übungsschüsse ab, dann nimmt er Platz auf Bahn 5 und schießt unter der Anleitung von Christoph Schmitz Kopf und Krone des Vogels herunter. Er braucht dazu zwei Schuß. Der erste trifft zwar den Kopf, er löst dabei aber nur ein paar Splitter. Es folgt Hans Peter Roggendorf, der erster Ritter wird, dann Edmund Wolff und Kissel Hubert, die zweiter und dritte Ritter werden. Jeder trifft mit einem Schuß, so daß insgesamt 3 Schuß auf den Vogel abgefeuert wurden, die zwei Ehrenschüsse des Präses zählen nicht. Abends ist das Finale der Fußball EM'96 mit Deutschland gegen Tschechien. Der König und der Geschäftsführer Andreas Kissel haben Fernseher besorgt, so daß in der Halle und auf dem Platz das Spiel verfolgt werden kann. Großer Jubel über den Sieg (2:1) durch zwei Tore von Oliver Bierhoff.

Auf den Königsvogel wurde heute wie folgt geschossen:

Nr Name Bemerkung / Errungener Titel
  Präses Fritz Frank Treffer am Kopf
  Präses Fritz Frank Kopf mit Krone abgeschossen
1 Hans-Peter Roggendorf 1. Ritter (linker Flügel)
2 Edmund Wolff 2. Ritter (rechter Flügel)
3 Hubert Kissel 3. Ritter (Schweif)


01.07.1996 (Montag) Antreten beim Komandanten. Schützenmesse um 10 Uhr für die Lebenden und Verstorbenen der Bruderschaft. Dann zum Schützenplatz. Frühschoppen, Diskussionen, Unterhaltung in kleineren Gruppen, es werden Listen geschossen. Für 12.-DM gibt es einen Holzklotz mit 4 kleinen Holzstücken (Sterne), die mit Drath oben auf dem Klotz befestigt sind. Mit 10 Schwerkaliber-Schüssen dürfen die Käufer der Liste dann Klotz und Sterne abschießen. Viele Gruppen und Vereine schießen aus Spaß an der Freud um interne Königstitel und um Runden. Jeweils der vorletzte Schütze muß eine Runde ausgeben, wenn sein Nachfolger das letzte Stück des Klotzes herabholt. Fehlschüsse kosten meist 1.-DM. Das Wetter ist mal wolkig, mal wieder heiter. Es gibt auch hin und wieder einen Schauer. Um 18 Uhr beginnt Kommandant Peter Kissel mit Schriftführer Winfried Kühle das Schießen auf den Königsvogel. Insgesamt 17 Schützen haben ein Los genommen, Hans Latsch und Rainer Fischer lassen sich aber gleich wieder streichen, sie geben keinen Schuß ab. Der Vogel ist aus Pappelholz. Das Stück stammt von den Pappeln, die hinter dem Hochstand stehen und im Frühjahr stark zurückgeschnitten wurden, andere sagen, der Vogel sei aus dem gleichen Stück, wie der Vogel letztes Jahr. Auf dem Vorderteil ist ein Buckel aus Aststücken. Wir schießen praktisch ohne Pause. Auch ein Schauer, der alle Zuschauer unter die Dächer vertreibt hält uns nicht lang auf. Bernd Hammes hat wieder seine Kamera aufgebaut und überträgt das Bild des Vogels vor den Hochstand. Ein Experiment, mit zwei Kameras das Bild des Schützen in das Bild des Vogels zu mischen scheitert. Der Vogel kassiert viele viele Schüsse, ohne sich zu bewegen. Er geht etwas auseinander und franst aus, es fallen aber keine großen Stücke. Hans-Peter Roggendorf schießt als erster Schütze im 19. Durchgang mit Schuß 229 den Vogel von der Stange. Es ist 22:20 Uhr. Der Vogel rutscht an der Stange herunter und bleibt an der ersten Krümmung an dem Jutesack, mit dem die Stange umwickelt ist hängen. Großer Jubel aber auch große Diskussion. Ist der Vogel nun abgeschossen und Hans-Peter Roggendorf König oder nicht? Peter Kissel bremst zunächst, er verweist auf die Schießkommision, die aus ihm, dem Adjutanten (Bernd Roggendorf), dem Schriftführer (Winfried Kühle) und dem Oberschießmeister (Wolfgang Hübert) besteht. Der nächste Schütze wäre Wolfgang Hübert. Dieser nimmt auf Stand 5 platz und entscheidet dann, daß der Vogel im Sitzen nicht mehr ordnungsgemäß abzuschießen ist. Peter Kissel erklärt dann das Schießen für beendet und Hans-Peter Roggendorf zum Schützenkönig. Großer Jubel auf dem Schießstand, große Diskussionen bei den Zuschauern. Die meisten Zuschauer kennen die Gründe der Beendigung nicht und verstehen nicht so ganz, warum es nicht weitergeht. Der neue König wird zur Flachbahn gebracht. Tränen beim König, seinem Söhnen Michael und Christian und bei Tochter Martina. Alle Schützen sind aufgeregt und gratulieren. Die Presse stellt Fragen. Schriftführer Winfried Kühle rechnet die Schüsse zusammen und kommt auf 223. Kommandant Peter Kissel hat auch Tränen in den Augen. Praktisch allein zu entscheiden, ob das Schießen nun zu Ende ist oder nicht, hat ihn sehr mitgenommen. Dann kehrt langsam Ruhe ein. Wir marschieren in die Halle und dort findet dann die Krönung statt. Ansprache von Brudermeister Peter Schmitz und Präses Fritz Frank mit Dank an das scheidende Königspaar und Gratulation an das Neue. Dann Gratulationen der anderen anwesenden Bruderschaften. Der Brudermeister der Stammheimer Johannes Schiffgen vergleicht das Schießen mit dem von 1891, wo der Plückvogel zum Anlaß der Trennung der Stammheimer und Flittarder Bruderschaft wurde. Diemal sei es aber ein reguläres Schießen gewesen und Hans-Peter Roggendorf völlig zurecht König geworden. Es gibt viel Beifall von den Flittarder Schützen für diese Stellungnahme. (Das Schiffgen sich in der Jahreszahl 1891 vertut bleibt unbemerkt. Die Trennung der Bruderschaften war 1891, der Plückvogel aber 1890!) Jetzt wird aber fröhlich gefeiert. Ich treffe keinen einzigen Schützen, der der Meinung ist, das Schießen hätte weitergehen müssen. Großen Einfluß hat wohl, daß der Oberschießmeister selbst, obwohl er der nächste Schütze gewesen wäre erklärte, daß ein ordnungsgemäßes Schiesen nicht mehr möglich sei.

Schüsse am Montag 01.07.1996 / Durchgänge 1 - 10:
Nr Name Los-Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1 Hans-Peter Roggendorf 12 1 14 28 42 55 68 81 94 107 120
2 Hans Latsch 14 - - - - - - - - - -
3 Wolfgang Hübert 17 k.L. 15 29 43 56 69 82 95 108 121
4 Edmund Wolff 18 2 16 30 44 57 70 83 96 109 122
5 Andreas Kissel 20 k.L. 17 31 45 58 71 84 97 110 123
6 Hubert Kissel 21 3 18 32 - - - - - - -
7 Ulrich Fuß 22 4 - - - - - - - - -
8 Heinz Theo Schmitz 25 5 19 33 46 59 72 85 98 111 124
9 Hans Georg Vortmann 26 6 20 34 47 60 73 86 99 112 125
10 Peter Daßen 27 7 21 35 48 61 74 87 100 113 126
11 Rainer Fischer 28 - - - - - - - - - -
12 Egon Tews 29 8 22 36 49 62 75 88 101 114 127
13 Heinz Roggendorf 31 9 23 37 50 63 76 89 102 115 128
14 Peter Kissel 36 10 24 38 51 64 77 90 103 116 129
15 Gerhard Stroiwas 38 11 25 39 52 65 78 91 104 117 130
16 Franz Goracy 39 12 26 40 53 66 79 92 105 118 131
17 Bernd Roggendorf 40 13 27 41 54 67 80 93 106 119 132


k.L. = Sonntag noch kein Los. Einige Lose werden erst Montag genommen. Die Reihenfolge der Schützen ändert sich dadurch nochmal, wenn Losnummern gezogen werden, die zwischen der Losnummern der Schützen vom Sonntag liegen.

Schüsse am Montag 01.07.1996 / Durchgänge 11 - 19:
Nr Name Los-Nr. 11 12 13 14 15 16 17 18 19  
1 Hans-Peter Roggendorf 12 133 145 157 169 181 193 205 217 229  
2 Hans Latsch 14 - - - - - - - -    
3 Wolfgang Hübert 17 134 146 158 170 182 194 206 218    
4 Edmund Wolff 18 135 147 159 171 183 195 207 219    
5 Andreas Kissel 20 136 148 160 172 184 196 208 220    
6 Hubert Kissel 21 - - - - - - - -    
7 Ulrich Fuß 22 - - - - - - - -    
8 Heinz Theo Schmitz 25 137 149 161 173 185 197 209 221    
9 Hans Georg Vortmann 26 138 150 162 174 186 198 210 222    
10 Peter Daßen 27 139 151 163 175 187 199 211 223    
11 Rainer Fischer 28 - - - - - - - -    
12 Egon Tews 29 140 152 164 176 188 200 212 224    
13 Heinz Roggendorf 31 141 153 165 177 189 201 213 225    
14 Peter Kissel 36 - - - - - - - -    
15 Gerhard Stroiwas 38 142 154 166 178 190 202 214 226    
16 Franz Goracy 39 143 155 167 179 191 203 215 227    
17 Bernd Roggendorf 40 144 156 168 180 192 204 216 228    


Das Schießen wurde von 18:00 bis 22:20 praktisch pausenlos durchgeführt. Eine kleine Verzögerung brachte ein Schauer. Somit wurden 229-3=226 Schüsse in 260 Minuten abgegeben. Das ist ein alle 69 Sekunden ein Schuß. Ein sehr hohes Tempo. Der Vogel aus Pappelholz zerfasert nur, keine großen Stücke werden herausgeschossen. Mit dem 229 Schuß von Hans Peter Roggendorf sackt der gesamte Vogel etwa 1,50 Meter ab, er bleibt an der Krümmung der Stange auf den Jutesäcken hängen. Bis 1994 waren um die Stangen Jutesäcke gewickelt, die ein solches Absacken des Vogels verhinderten. Diese Säcke waren seit letztem Jahr nicht mehr erlaubt. Der Prüfer von der Gewerbeaufsicht hatte verlangt, daß im Schußfeld keine Jute mehr zu sehen sein darf und daß ein Schwert auf die Stange geschweißt werden muß. Der Vogel war jetzt nur an der Stange und dem Schwert festgekeilt. Stammheimer Schützen berichten, daß man in Stammheim ein Querstück angebracht habe um ein solches Absacken zu verhindern.
Die Schießkommission entscheidet, daß ein reguläres Schießen d.h. sitzend nicht mehr möglich ist, weil der Vogel im Schußfeld praktisch nicht mehr sichtbar ist. Hans-Peter Roggendorf ist somit König. Eine gewisse Parallele zum Vogel von 1890.
Bernd Hammes übertrug das Bild des Vogels wieder vor den Hochstand so daß sich jeder Schütze vom Zustand des Vogels besser überzeugen konnte.
Der Königsvogelschuß wurde aus dem Gewehr von Christoph Schmitz abgegeben.

02.07.1996 (Dienstag) Abends ist Heukönigsschießen auf dem Schützenplatz. Herbert Paffrath setzt die beiden Heuvögel auf Stand 4 und 6 auf. Aus Stroh und Sperrholz gefertigte Vögel werden in zwei Wäscheklammern eingehängt, die an einem Holzklotz befestigt sind, der auf der Stante festgekeilt ist. Eine Schnur führt von jedem Vogel nach unten, damit wird dann der Vogel runtergeholt. Das Wetter hat sich nach Regen während des Tages stabilisiert, es ist trocken. Der gestrige Tag wird nochmal diskutiert. Lustig ist, daß noch ein Span des Königsvogels an der Jute oben auf Stand 5 hängt. Ich gehe mit Peter Kissel die Ereignisse nochmal durch, damit dieser Bericht alles richtig wiedergibt. Theo Paffrath moderiert nochmal das Heukönigsschießen. Er ruft in Erinnerung, daß vor 60 Jahren der erste Heukönig ermittelt wurde und er nennt zahlreiche Heukönigspaare, die es in den letzten Jahren gab. Dabei geht es dann den beiden Heuvögeln zu Leibe. Heinz Roggendorf läßt nach einem Gläschen Zielwasser auf die Vögel schießen. Er hat dazu wieder Platzpatronen angefertigt. Schließlich fällt der Vogel der Frauen, kurz danach auch bei den Männern. Das neue Heukönigspaar sind Hans-Heinrich Hensel und Anneliese Hölzer. Hans-Heinrich Hensel ist Mitglied im Männergesangverein, der Mann von Anneliese Hölzer ebenfalls. Der Männergesangverein feiert dieses Jahr sein 40jähriges Jubiläum, da lag es nahe das Heukönigspaar zu stellen. Die Männer singen ein paar Ständchen, es gibt Bier. Spät erst macht die Außentheke zu.

05.07.1996 (Freitag) Abends ist wieder Bürger- und Familienball. Es beginnt mit dem Einzug von Königspaar, Brudermeister und Kommandant mit Gefolge. Ein Hoch auf die Majestäten. Dann gehts los mit dem Tanz, es spielt die Kapelle ,,Sonnwendbuam`` aus Ruhpolding. Die Medaillen werden an die Ritter des Königs verliehen, Bruno Odenthal verleiht Verbandsabzeichen des Diözesanverbandes an die Ritter der Jungmajestäten. Der Tanzsportverein Rhein-Wupper aus Leichlingen macht später dann eine Tanzeinlage. Brudermeister Peter Schmitz muß zur Erheiterung der Anwesenden mittanzen. Die Musik der Kapelle ist gut und kommt an, nur bei dem einen oder andere Walzerpotpourri bleibt die Tanzfläche leer. Musik ist bis nach 2 Uhr. Dann gehts wie immer in der Sektbar weiter.

07.07.1996 (Sonntag) Sonniges herrliches Wetter den ganzen Tag. Erst abends Bewölkung und etwas Regen. Antreten beim Kommandanten, dann um 10 Uhr ist Schützenmesse. Dann zum Platz. Nach der kurzen Ansprache des Brudermeisters das obligatorische Bild von Vorstand, Offizieren und Königspaar. Auf allen Ständen wird nun geschossen. Vereine und Gruppierungen schießen ihre Könige aus. Nach der Mittagspause ist um 14:45 Antreten beim Kommandanten Peter Kissel. Wir marschieren zum Schützenplatz, um den Heukönig abzuholen. Dann gehts mit den Rheinisch Bergischen Musikanten und dem Musik-Corps Köln-Flittard zum Schützenkönig. Wir treten auf dem Feldrain an. Dann mit König und Frauen die übliche Runde über Hauptstraße, Alradstraße, Evergerstraße, Hubertusstraße, Pützlachstraße zum Schützenplatz. Hier ist Schluß. Mit weiterem Schießen auf Listen und Vögel klingt das Schützenfest aus.