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Das Vereinsgeschehen der Jahre 1968 - 1993

von Peter Kissel
1968 wurde erstmalig das auch heute noch so beliebte Kölsch zum Ausschank gebracht. In den Jahren davor mußten die Schützen ihren Durst immer mit Exportbier löschen.

1969. Bei dem Festakt anläßlich des 375. Jubiläums waren am Sonntagmorgen neben mehreren befreundeten Bruderschaften auch der damalige Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Köln, Theo Burauen, anwesend. Er hielt zu diesem Fest eine Festansprache. Anschließend versuchte er auch sein Glück als Hochstandschütze.

Durch eine Unachtsamkeit war bei dem nach dem Fackelzug am Samstagabend stattfindenden Höhenfeuerwerk der Kugelfang des Hochstandes in Brand geraten. Dank des schnellen Handelns einiger Schützenbrüder wurde dieser Schaden aber bis zum Kirchgang am Sonntagmorgen wieder behoben. Nebenbei gesagt, war dieses mehrere Jahre vorher schon einmal passiert.

1970 endlich, nach mehrjährigen Verhandlungen, lag die Genehmigung zum Bau einer Schützenhalle vor. In diesem Jahr wurde das Schützenfest letztmalig im Festzelt abgehalten.

Am Samstag nach Kirmes, Anfang Oktober 1970, war dann die offizielle Grundsteinlegung. Die Arbeiten zum Rohbau der Halle gingen, von Unternehmern ausgeführt, zügig voran, doch war auch von den Mitgliedern, besonders an der Kanalisation des Schützenplatzes, viel Arbeit zu verrichten. Es mußten Küche mit Eßraum, Bar und Außentheke in Eigenarbeit geplant und erstellt werden. Dank mehrerer Mitglieder, welche in dieser Zeit den Schützenplatz zu ihrer Heimat machten, konnte alles noch soeben vor dem Fest mehr oder weniger provisorisch fertiggestellt werden.

Erster ausrichtender Schützenkönig in der Schützenhalle war Hans Leitermann.

Im Jahre 1971 wurden auch die ersten Anstrengungen zur Gründung eines ''Stadtverbandes Kölner Schützen'' unternommen, mit dem Versuch, einmal im Jahr, und zwar nach Beendigung aller Schützenfeste, einen Stadtkönig auszuschießen. Diese Bemühungen waren, wie es bis heute noch bewiesen ist, von Erfolg gekrönt. Nur bei dem anschließenden Krönungsball im selben Jahr zeigten sich Mängel an der neugebauten Halle, d.h. sie war bei den Planungen nur als Zeltersatz gedacht worden und konnte bei kaltem Wetter als Veranstaltungsort nicht genutzt werden. In dieser Situation entschloß man sich zum Einbau einer Zwischendecke und Installation einer Heizung. Diese Arbeiten wurden größtenteils von Schützenbrüdern ausgeführt.

Anfang 1972 wurde die erste und bis heute einzige Karnevalssitzung der Bruderschaft veranstaltet. Nach dieser Karnevalssession übernahm die wieder neu gebildete Flittarder Karnevalsgesellschaft die Veranstaltungen der Karnevalszeit. Ebenfalls hielten Bruderschaft und KG zu Karneval einige Bälle ab. Da sich an diesen Tagen Mängel im sanitären Bereich der Schützenhalle zeigten, wurde vor dem von Willi Kremer ausgerichteten Schützenfest eine neue, den Anforderungen entsprechende Toilette gebaut.
Im Herbst konnten durch ein günstiges Angebot Bodenplatten beschafft und auf dem Schützenplatz verlegt werden. So wurde auch bei nasser Witterung die Halle von innen nicht mehr so stark verschmutzt.

1973 spielte erstmalig die Kapelle der GEW-Werke zum Schützenfest auf.

1975 wurden auch die drei ersten Stände auf dem Hochstand wieder in Betrieb genommen, sodaß von dieser Zeit an das Schießen wieder umfangreicher gestaltet werden konnte.

1975 trat der bisherige 1. Brudermeister Josef Müller von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger ist bis heute Peter Schmitz.
Einen sehr bemerkenswerten Erfolg konnten die Jungschützen in diesem Jahr verzeichnen: Der amtierende Schülerprinz, Stefan Fuhrmann, errang beim Bundeskönigsschießen die Würde des Bundes-Schülerprinzen 1975-1976.

1976 wurde Hubert Berns der sogenannte Mitternachtskönig. Man hatte an diesem Abend nicht mit der Tücke eines aus einem Apfelbaumstamm bestehenden Holz des Königvogels gerechnet, hinzu kamen sehr schlechte Lichtverhältnisse, und man hatte mit dem Schießen in der Dunkelheit wenig Erfahrung, deshalb fiel der Vogel erst kurz nach Mitternacht. Bei seinem Schützenfest stand erstmals die Königin mit auf der Ehrentribüne, um die Parade abzunehmen.

1977 errang Walter Kissel die Königswürde, seit 173 Jahren der erste auswärtige Schützenkönig.

In 1979 wurden Küche und Eßraum - bisher ein Provisorium und von starken Verfallserscheinungen gekennzeichnet - ganz abgerissen und neu erstellt.

Durch eine bis heute nicht geklärte Ursache geriet Anfang Juni 1980 der Lagerschuppen hinter dem Hochstand in Brand und verursachte beträchtlichen Sachschaden. Trotz dieses Schreckens fand auch in diesem Jahr das Schützenfest in gewohnter Weise statt.
1980 wurde Franz Goracy neuer Kommandant. Er löste Theo Paffrath ab, der 16 Jahre lang dieses Amt ausübte.

Seit 1981 gehen die Frauen bei den Kirchgängen wieder mit zum Opfergang.

1982 wurde die Außentheke von Grund auf neu aufgebaut.

1985 wurde Jochen Fuhrmann Diözesan-Schülerprinz.

Durch ein Versehen - er hatte das Holz des Königsvogels falsch eingeschätzt - errang 1986 unser 1. Brudermeister, Peter Schmitz, die Würde des Schützenkönigs. Nachfolger wurde 1987 Jungschützenmeister Bruno Odenthal. Böse Zungen behaupteten scherzhaft, er hätte die Beschaffenheit des Königsvogels am besten gekannt, weil sein Vater, Heribert Odenthal, ihn zurechtgeschnitzt und er diese Arbeit aufmerksam verfolgt hatte.

1988 wurde Sigmar Fischer, aktiver Sänger im Männergesangverein, neuer Schützenkönig. Abgelöst wurde er vom 21jährigen Norbert Fuhrmann, von Kindheit an wohnhaft im alten Fachwerkhaus Wiedenhofgasse 11.

1989 beteiligten wir uns sehr engagiert bei dem Fest ''1000 Jahre Flittard ''.
1990 wurde unser Präses Pfarrer Fritz Frank von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen.
1990 wurde unser ''Vizegastwirt''3.1 Wilfried Schröder von seiner Frau Margot begeistert zum neuen Schützenkönig gekrönt. In diesem Jahr gab es einen Schlagerhit, den er nie vergessen wird, mit dem Titel: ''Das erste Mal tut's noch weh ...''
1990 erhielt die Schützenhalle ein neues Dach.

Im Jahre 1991 löste Peter Kissel Franz Goracy als Kommandat ab, der dies 11 Jahre lang gewesen war. Als Hobbybauer stellt Peter Kissel seit 1988 seine Kaltblut-Pferde zum jährlichen Schützenfest zur Verfügung.

1992 wurde als erster Flittarder Dieter Hilche Stadtschützenkönig.

Schützenfestmontag 1993, ca. 23.00 Uhr, nach langem Zittern, wurde Thomas Schmitz, Sohn des 1. Brudermeisters, neuer Schützenkönig. Im Vorfeld des Schützenfestes war er mit seiner Frau Sabine noch nicht sicher, ob er überhaupt ein Königsvogellos nehmen sollte. Daß er es trotzdem tat, ist vermutlich damit zu erklären, daß er vom Kommandanten vorher bestärkt wurde, denn der hatte ein paar Tage vor Schützenfest einen Traum, in dem er Thomas Schmitz als neuen Schützenkönig sah.