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1594 – Gedanken zum Gründungsdatum unserer Schützenbruderschaft

St.Sebastianus Schützenbruderschaft Köln Flittard

''Richtig Schötzefäss eß erch am Mondag''
Thomas Schmitz
Florian Seiffert
27.09.2018

Tradition heißt nicht, Asche zu bewahren, sondern eine Flamme am Brennen zu halten.
J. Jaurès

1594 – Gedanken zum Gründungsdatum unserer Schützenbruderschaft
Thomas Schmitz

Bekanntlich führt unsere altehrwürdige Schützenbruderschaft als Gründungsdatum das Jahr 1594 im Briefkopf. Gestützt wird diese Annahme im Wesentlichen durch die unter dem Schweif des Silbervogels eingravierte Jahreszahl 1594:

Des Weiteren gibt es lediglich die mündliche Überlieferung, wonach uns dieser silberne Königsvogel vom damaligen Grafen von Berg, Johann Wilhelm I., zum Dank für geleistete Dienste bei der Landesverteidigung gestiftet wurde. Sollte es so gewesen sein – und auch das wird seit Generationen mündlich so weiter gegeben – bedingt das selbstverständlich eine Existenz der Schützen in Flittard schon vor dem Jahr 1594.
Durch das älteste Königsschild aus dem Jahr 1666, welches der damalige König Theodor Clef gestiftet hatte, ist die Existenz der Bruderschaft zumindest seitdem als gesichert anzunehmen. Die jeweiligen Könige sind durch ihre Königsschilde nahezu lückenlos belegt und dokumentiert. All das ist abrufbar auf unserer durch Florian Seiffert so wunderbar gestalteten Homepage unter

http://www.sebastianus-flittard.de

auf der man auch die Texte aus unserer zum 400-jährigen Jubiläum erschienenen Chronik findet. In der vorliegenden Festschrift wollen wir nicht nochmals den Wortlaut aus der Chronik wiedergeben, sondern den einen oder anderen dort nicht erschienenen Text einem interessierten Publikum zugänglich machen.

Vor einiger Zeit las ich das 1984 erschienene Buch ''Höfe, Rittersitze, Kirchspiele'', geschrieben 29von Franz Gruß, dem inzwischen verstorbenen, langjährigen 1. Vorsitzenden der Wiesdorfer Schützenbruderschaft.

Franz Gruß berichtet in seinem Buch auf den Seiten 81-83 über diverse Vorkommnisse aus der Zeit, in der das Gründungsdatum unserer Flittarder Schützenbruderschaft liegen soll. Aus meiner Sicht unterstützen die geschilderten Ereignisse die Theorie enorm, wonach es in Flittard um 1594 eine Gruppe gegeben haben könnte, die sich für die Verteidigung des Landes, des Dorfes und – sicherlich vor allem - von Haus und Hof eingesetzt hat.
Aber lesen Sie selbst:

Nicht nur unter Hochwässern hatte die Bevölkerung im 16. Jahrhundert zu leiden, sondern auch unter dem durch die Religionswirren entfachten Truchsessischen Krieg (1583 – 1588), von dem die niederrheinischen Lande schwer heimgesucht wurden. Der Truchsessische Krieg hatte für das Erzstift Köln aber auch für das Herzogtum Berg wahrhaft verheerende Folgen. Die Godesburg bei Bonn wurde damals zerstört. Das schlimmste Schicksal erlitt Deutz. Hier hatten sich die Truppen des Bayernherzogs Albrecht festgesetzt. Die truchsessischen Landsknechte eroberten den Ort und steckten die alte Abtei und die Urbanskirche in Brand. Aber auch schon vorher wurde das Bergische Land von fremden Truppen durchzogen. Nach der ''Designation Im Fürstenthumb Berg beschehener Inlagerungen und Durchzüge'' von Anno 1580 ist unter Führung des Obristen Martin Schenck ein ''Kriegsvolck zu Roß und zu Fueß under der Freiheitt'' Mülheim bei Stammheim mit Schiffen über den Rhein gefahren und haben ein ''adtlich Haus'' und drei Dörfer, nämlich Stammheim, Flittard und Wiesdorf'' geplundert und etliche Haußleuth erschlagen''. Am 20. Juli 1581 ist ein anderer Heerhaufen unter ''Herr von Malleroy'' mit ihren ''Raisigen zu Schlebusch negst bei der freiheitt Mullenheim eingezogen''. Ein Regiment Wallonen unter dem Obristen Verdugo wird durch Mülheimer Schiffer am 30. Juli desselben Jahres den Rhein hinabgefahren. Am 23. Mai 1582 haben sich 300 Schützen des ''Konniglichen Kriegsvolck'' von Mülheim kommend zu Rheindorf einquartiert.

Im Jahre 1583 kommen die Kasimirschen Truppen nach Bonn. Von dort aus ziehen sie am 12. August desselben Jahres durch die Ämter Lülsdorf und Porz, zerstören Deutz und plündern die Freiheit Mülheim. Am 20. August 1583 kommt dann ''Herzog Hans Casemir'' im Fürstentum Berg mit 3000 Mann zu Pferde und 4000 Mann zu Fuß an. Nachdem sie erst bei Lülsdorf gelegen haben, ziehen sie am 11. September nach Deutz, Mülheim und in die umliegenden Dörfer. Die vorgenannten Durchzüge von fremden Truppen berührten auch das Stadtgebiet von Leverkusen. Besonders der Büchelter Hof und die Doktorsburg, damals im Besitz von Bernhard von Omphal, hatten sehr unter Plünderungen zu leiden. So warfen sie die Bücher des Jakob von Omphal in den Burggraben und zerstörten die Einrichtung der Wasserburg. Ein anschauliches Bild über die Beraubungen, die der Büchelter Hof in diesen Zeiten zu erleiden hatte, gibt ein Bittbrief, den die Äbtissin des freiweltlich-adeligen Damenstiftes Gevelsberg Clara van Hoete im Jahre 1594 an den Landesherrn Johann Wilhelm I. richtete. Die adelige Stiftsdame verwendet sich in diesem Brief für ihren Halfmann(=Pächter) auf dem Büchelter Hof in Wiesdorf, der aufgrund der in über 13 Jahren erlittenen Kriegsschäden seinen Verpflichtungen gegenüber dem Landesherrn nicht mehr nachkommen konnte. Es handelte sich hier um das sogenannte Dienstgeld, das auf dem Büchelter Hof lastete. Dieses Dienstgeld stellte eine Ablösung von ursprünglich an den Landesherrn zu leistenden Wagendiensten dar.
Der Büchelter Hof (heute steht dort das Forum) lag dicht an der Heerstraße, und alle Kriegsvölker, die den Rhein hinauf- und hinabzogen, kamen dort vorbei. Er blieb deshalb von Kontributionen und Plünderungen nicht verschont. Daß es besonders im Truchsessischen Kriege schlimm war, entnehmen wir dem Brief der Äbtissin, die fünf hintereinander folgende Beraubungen beschreibt.
Schon 1581 kam ein friesisches ''Regiment oder Kriegsvolck'' am Büchelter Hof vorbeigezogen. Der Bücheler Halfen hatte schon zwei Wagen mit allen ''Kleidern, Lynwant, Kuechenfurrhat und allem gereiden gut'' beladen, um zu flüchten. Die Soldaten müssen wohl zuvorgekommen sein, denn sie entführten den Wagen mit sechs Pferden, die ''Kornfruchten in den Schuren'' und alles Vieh. Wie die Äbtissin meint, hatte der Halfmann hohe Kosten, sich alles wieder zu beschaffen; keiner könnte abschätzen ''was ein solcher hoff, der mit 7 oder 8 pferden bebawet wirdt, kostet zu underhalten.'' Als dann der Halfmann dank der Hilfe seiner ''freundt, bewanten und nachbaren und trewherziger Leute'' wiederum sechs Pferde, Wagen, Geräte, Kleider und Leinwand angeschafft und mehr als tausend Taler Schulden gemacht hatte, ''ist er abermals von etlichen Kriegsleuten und Reutern, so sich zu Mulheim Ingelagert, alle seines gereiden beraubt und in unwiderbrenglichen schaden gesetzt worden.'' Als dann das ''truchsische Kriegsvolck zu Stammel, Mulheim, Duitz und den Ort (Wiesdorf) lange Zeit gelegen'', sind dem Halfmann nicht nur die vollen Scheunen ausgeräumt worden, sondern auch alles ''Vihe, Stro, Kost und Drank beraubett'' worden, sodaß er ''bei den frembden sich erhalten'' mußte.
Als einige Zeit später ''Kriegsleute, so zu Wöringen in den Schantzen gelegen'', wieder alle Leinwand, Kleider und beweglichen Güter mitgenommen hatten, blieb ''bemeltem Halffmann nichtz mehr als er und sein Gesinde gegangen und gestanden'', was sie also auf dem Leibe trugen, übrig.
Bei der Belagerung der Stadt Bonn haben sich die Hofesleute vom Büchelter Hof wieder eine ''lange Zeit von dem hoffe bei frembden sich erhalten mußen''.
Die Äbtissin Clara vom Stift Gevelsberg beschreibt in ihrem Brief nur die wirtschaftliche Seite der Kriegsdrangsale. Die Truppen beider Parteien beuteten das ganze Umland förmlich aus, wobei es im Grunde genommen völlig gleich war, ob dies in Form von Kontributionen oder durch Raub geschah. Ebenso wurde aber auch die Bevölkerung in entsetzlicher Weise mißhandelt und gebrandschatzt, wenn sie sich zur Wehr setzen wollte. Besonders die Kasimirschen Söldner taten sich dabei hervor. Gebhard und auch Karl hatten nicht genug Mittel, um die ausgehungerten Landsknechte zu besolden und zu beköstigen, deshalb gaben sie ihnen immer wieder das Land zum Sengen, Brennen und Plündern preis.
Von neuem flackerte dieser Krieg auf, als brandenburgische Truppen vor Weihnachten 1587 Bonn eingenommen hatten und im März 1588 kölnisch-spanische Hilfsvölker bei Mülheim über den Rhein fuhren und Mülheim, Deutz und die umliegenden Dörfer besetzten. Wieder wurde das eben beruhigte Land ausgeplündert, wieder verbreiteten sich über die betroffenen Gebiete Furcht und Schrecken. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es: ''...die anderen, so sie nicht ermordet und gefangen wurden, haben sie dermaßen wundlich zerkerbt, geschlagen und mit Hähnen von den Büchsen ihnen die Nägel von den Fingern geschlagen und sonst unerhörter Weise gemartert, daß ihnen der Tod lieber denn das Leben gewesen. Die Weibspersonen, so sie in ihre Hand geraten, haben sie dergestalt benotzüchtigt, geschändet und mißbraucht und in aller Unzucht sich also sodomitisch, tierisch und viehisch verhalten, daß es nicht zu beschreiben; etliche haben sie gleich den Männern ermordet''.
Alle paar Jahre erschütterten neue Drangsale das Land; es kam überhaupt nicht recht zur Ruhe. Als der spanische General Spinola im August 1614 mit 20 000 Mann bei Wiesdorf über den Rhein setzte, um die evangelischen Gemeinden mit Gewalt zum alten Glauben zurückzuführen – er zerstörte im Jahre 1615 die Stadt Mülheim – mußte die Bevölkerung wiederum unter Drangsalen, Kontributionen und Spanndiensten leiden.

Soweit die Ausführungen von Franz Gruß. In unserer eigenen, zum 400jährigen Jubiläum erschienenen Chronik hatte ich ja bereits ausgeführt, ''daß gerade im Jahre 1594 spanische Truppen das Amt Porz, zu dem damals Stammheim gehörte, verheerten.'' Aus der Sicht eines einfachen Flittarder Bauern oder Tagelöhners war das, was in jenen Jahren im Dorf und um das Dorf herum passierte, sicherlich die Vorstufe zum Weltuntergang. Man kann getrost davon ausgehen, dass das, was die Äbtissin Clara für den Pächter des Büchelter Hofes beschreibt, in ähnlicher Form für die Pächter des Flittarder Fronhofes und des Bungartzhofes zutraf.
Wir werden es wahrscheinlich nie beweisen können; es liegt aufgrund der geschilderten Vorkommnisse allerdings sehr nahe, dass die Dorfgemeinschaft eine Art Verteidigungstruppe zusammengestellt hatte, um sich selbst und die Heimat zu schützen. Wenn es auch niemals zu einem wirksamen Schutz gegen reguläre Heerestruppen gereicht haben wird, so ließen sich vermutlich doch zumindest marodierende Söldnertruppen, die auf der Suche nach leichter Beute die Lande durchstreiften, abschrecken.

Die Schützenkönige
Die Auflistung der Schützenkönige ist ja bereits in diversen Chroniken bzw. Festschriften erfolgt. Hinter jedem dieser Namen verbirgt sich ein Mensch, der in Flittard und/oder Stammheim gelebt und in den meisten Fällen Spuren hinterlassen hat. Zu einigen dieser Könige gibt es sogar recht interessante Geschichten zu erzählen. Soweit das im Rahmen dieser Festschrift möglich ist, wollen wir versuchen, zumindest einige der älteren Könige, aus dem Dunkel der Geschichte herauszuholen und greifbar zu machen. Vielleicht gibt es ja dem einen oder anderen der heutigen Schützenbrüder den Anstoß, selbst einmal die Königswürde erringen zu wollen und sich ein Stück weit ''unsterblich'' zu machen. Diese Festschrift kann zukünftig recht gut als Nachschlagewerk benutzt werden. Sollte jemand Interesse haben, mehr über einzelne Könige und deren Nachkommen zu erfahren, kann er sich gerne an unseren Chronisten Thomas Schmitz wenden.

1666 DEODORUS CLEF
Theodor Kleff war der erste namentlich überlieferte Schützenkönig von Flittard und Stammheim. Gebürtig war er aus Stammheim. Auf dem Königsschild von 1666 heißt es: ''Deodorus Clef von Stamel Beurger zu Meulheim''. Das Einwohnerverzeichnis von Mülheim aus dem Jahre 1678 nennt als einen der Haus- und Grundbesitzer Diedrich Kleff.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.2

1668 EVERD * VON RINDVRB.
Sein Grabstein (er starb am 15.12.1679) ist auf dem alten Friedhof hinter der Kirche in Flittard zu sehen. Verheiratet war Everhard Rheindorf mit Mechthild von Solingen.

Grabstein des zweitältesten, uns bekannten Schützenkönigs, Eberhard von Rheindorf. Die Inschrift auf dem Grabstein lautet: 'ANNO 1679 DEN 15.XBER(=Dezember) STARB DER EVERHARD VON RHINDORF ... MECHDILDIS VON SOLINGEN SEINE HAUSFRAU'

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.3

Vermutlich 1670-1675 ENGEL * VON RINDORFF, TVNNVS VON RINDORF
Ältestes Schild im Besitz der Flittarder Bruderschaft. Die Familie von Rheindorf ist allerdings in Stammheim ansässig gewesen. Es gibt in späteren Jahren einige Schützenkönige dieses Namens. Engelbert Rheindorf war der Sohn des vorgenannten Everhard Rheindorf. Sein Geburtsjahr dürfte um 1655 gelegen haben, sein Königsjahr vermutlich um 1674. Am 30. Juni 1703 wird Engel Rheindorf als Kurmudpflichtiger erwähnt. Er war Pächter eines Hofes in Oberstammheim, wie das Gebiet südlich der Gisbertstraße genannt wurde. Oberstammheim gehörte zur Pfarre Mülheim, und so ist sein Tod im Mülheimer Kirchenbuch verzeichnet: Am 13.7.1726 starb der Senior-Consul (= Ratsherr) Engelbert Rheindorff.
Heute leben noch zahllose Nachkommen von Everhard und Engelbert Rheindorf in Flittard und Stammheim.
Daten zu Tunnus, also Anton Rheindorf, konnten bisher leider nicht ermittelt werden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.4

1676 Peter von Pullem
Schmied zu Flittard, gestorben 29.3.1699.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.5

1677 + 1678 Joannes von Rindorf
gestorben 26.2.1723 in Stammheim (70 Jahre), verheiratet mit Maria Rott (auch Roth).

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.6

1679/80 Hilger Kautz
Inschrift auf dem Schild: ''id in Honorem . B . M . V. ae, Hilgero . Kautz . Societati . ad sum . eis . Ao 1680 . 4 Augusti'' (Zur Ehren der seligen Jungfrau Maria, Hilgero Kautz, für die Gesellschaft, ich gehöre dazu.)
Interessant ist, das hier nicht Fraternitas, also Bruderschaft, sondern Gesellschaft steht. Ein Beleg, dass 1680 nur eine Schützengesellschaft existierte.
Erst am 28.8.1696 wurde die Gesellschaft durch Beschluss zur Bruderschaft! Die Familie Kautz bewirtschaftete den Flittarder Fronhof und hatte ein Schöffenamt inne. Geboren ca. 1658 in Flittard war Hilger Kautz seit 1682 Pächter auf dem zur Pfarre Esch gehörenden Stöckheimer Hof, wo er am 29.1.1730 verstarb.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.7

1680-82 Peter Knott
Inschrift auf dem Schild: ''PETER . KNOTT . V . STAMMEL''
Schützenkönig 1681/82, 1682/83 u. 1700/01
Lehnsmann auf dem Paulus von Niellehn zu Stammheim, gestorben 30.3.1701 (Stammheim), 69 Jahre alt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.8

1682/83 PETER KNOT - GERET WILER
Peter Knott gestorben 30.3.1701 (Stammheim), 69 Jahre alt.
Geret Wiler = Gerhard Weiler, Schöffe, wohnhaft in Oberstammheim.
Am 30. Juni 1703 fand in seinem Haus das Bankgericht statt.
Siehe 1681 und 1700. Peter Knott ist Schützenkönig 1681/82, 1682/83 u. 1700/01.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.9

1683-1687 HEILGER WEIRT ODENTHAL
Inschrift auf dem Schild: ''HEILGER . WEIRT = ODENTHAL = ZV STAMMEL HEINDREICH . NOLDEN I683''
Hilger Odenthal war vermutlich von Beruf Gastwirt. Er starb in Stammheim am 24.2.1719. Zu dem ebenfalls auf dem Königsschild erwähnten Heinrich Nolden ließen sich keine Informationen finden. Möglicherweise starb er vor 1695, dem Beginn der Sterbeeinträge im Kirchenbuch.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.10

1687/88 Heinrich Wolff
''HENRICVS WOLFF Von Stammel Bürger . zu Mullem . A.W. A 1687 den 3 Augustus'' Bürger zu Mülheim. Gebürtig zu Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.11

1688/89 Marcus Hansen
Inschrift auf dem Schild: ''MARCVS HANTz zu FLEITTERD ANNO 1689''
Schützenkönig 1688/89 u. 1695/96
Marcus Hansen war geboren 7.1.1645 in Flittard, gestorben 10.3.1712 in Stammheim, verheiratet mit Christine Weck geboren 26.6.1650, gestorben 21.10.1718. Er war 1698 Lehnsmann auf dem Gobbelslehn in Stammheim. Da auf seinem ersten Königsschild ''zu Fleitterd'' steht, kann man davon ausgehen, dass er zumindest bis 1688 in Flittard wohnte.
Auch vom Ehepaar Hansen/Weck leben heute noch zahllose Nachkommen in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.12

1689-91 HENRICVS ODENDAL
Schützenkönig 1689-91 u. 1699/1700
Er wohnte in Stammheim und könnte ein Bruder des Schützenkönigs von 1683 gewesen sein.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.13

1691/92 Johannes Hansen, Gottschalck Hansen
Inschrift auf dem Schild: ''Zwey Gebrüder zu Fleittardt''
Johannes Hansen geboren 14.3.1650 in Flittard, gestorben 2.9.1724 in Flittard, verheiratet mit Irmgard Wolff.
Gottschalk Hansen geboren ca. 1665, gestorben 5.9.1727 in Flittard, verheiratet mit Helene Winand.
Schützenkönig 1691/92, 1694/95 u. 1707/08
Nur im erstgenannten Königsjahr werden die beiden Brüder gemeinsam genannt, in den beiden letztgenannten Königsjahren amtiert Gottschalk alleine.
Da auf dem Königsschild Fische abgebildet sind, dürften die Beiden von Beruf Fischer gewesen sein.
Auch von diesen beiden Königspaaren leben heute noch viele Nachfahren in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.14

1692/93 Peter Schmitz
Inschrift auf dem Schild:
''Peter Schmitz zu Fliettert
zur Zeit Schietzen König''
Peter Schmitz wohnte in Flittard und starb dort am 2.1.1721. Verheiratet war er mit Christine Weiler, gestorben in Flittard am 23.2.1749 im Alter von 70 Jahren.
Heute leben noch zahllose Nachkommen dieses Ehepaares in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.15

evtl. 1693/94 Johannes Schlimgen von Fliedert (Vorderseite Königsschild)
Zu Johannes Schlimgen gibt es leider keine gesicherten Daten. Selbst auf dem Königsschild ist keine Jahreszahl erwähnt. Das Schild würde sehr gut in die Lücke von 1693/94 passen. Gründe:
1.) Flittard wird auch bei Peter Schmitz mit ie (Fliettert) geschrieben 1692/93.
2.) Das Schild ähnelt dem von Gottschalck Hansen (1694/95) sehr (Schreibweise der Buchstaben, Sternchen zwischen den Worten, Randverzierungen.)

Gierhart von Fliedert (Rückseite Königsschild)
Von den im Flittarder Kirchenbuch verzeichneten Personen kommt eigentlich nur Gerhard Kautz, der Halbwinner des Flittarder Fronhofs, in Frage.
Gerhard Kautz wurde um 1634 in Hermülheim geboren und übernahm im Jahre 1657 den zur Kölner Abtei St. Martin gehörenden Flittarder Fronhof. Dort starb er am 23.11.1696 im Alter von 62 Jahren. Sein Grabstein befindet sich auf dem alten Friedhof hinter der Kirche in Flittard. Im Buch ''Die Pfarre Flittard'' von Peter Opladen heißt es auf Seite 129, dass die Flittarder Fronhalfen von 1666 bis 1827 stets Mitglieder der Schützenbruderschaft gewesen seien. Demnach und weil um die fragliche Zeit laut Kirchenbuch keine andere Person namens Gerhard in Flittard lebte, dürfte die Identität des Gerhard von Fliedert geklärt sein.
Auch von Gerhard Kautz und seiner Frau Sophia Müller leben heute zahlreiche Nachkommen in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.16

1694/95 Gotschalck Hansen
Schützenkönig 1691/92, 1694/95 u. 1707/08
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1691/92.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.17

1695/96 Marcus Hansen
''MARX HANS . ZV STOMMEL . 1695''
Schützenkönig 1688/89 u. 1695/96
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1688

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.18

1696/97 HENRICUS VON STAMMEL
Dienstag, 28.8.1696 wird die Schützengesellschaft eine Bruderschaft! Erster Schützenkönig wird Henrich Willems (so schreibt Pfarrer Herkenrath den Nachnamen in der von ihm erstellten Königsliste).
Seine Identität ist nicht sicher geklärt. Es könnte sich um den am 15.03.1671 geborenen Heinrich Willems gehandelt haben. Weiteres Schicksal ungeklärt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.19

1697/98 Theodor Düster
Kein Schild vorhanden.
Er hat den Vogel in Stammheim aufgesetzt.
Schützenkönig in Stammheim 1697/98 u. 1708-1710

Theodor Düster wurde am 29.12.1652 in Stammheim geboren und starb dort am 15.05.1711. Sein Vater stammte aus Wiesdorf, weshalb sein Familienname oftmals auch Wißdorf (o.ä.) lautete, s. Königsschild von 1708 (dort auch weitere Informationen zu ihm). Selbst im Sterbeeintrag des Flittarder Kirchenbuches wird er Theodor von Wistorf genannt. Erst bei seinen Kindern hat sich der Name Düster dann durchgesetzt.
Bis Ende des 17.Jahrhunderts konnte es bei den Familiennamen noch zu Änderungen kommen.

Bestes Beispiel aus Flittard/Stammheim ist der Familienname ''Opladen'':
Der Vorfahre aller hier lebenden Opladen hieß ursprünglich Johannes Custer und war von Beruf Schneider. Als er um 1650 Dorothea Schlimgen aus Flittard heiratete und nach Flittard zog, wurde er von den Einheimischen hier Johannes Opladen genannt, da es in Flittard bereits einen Johannes Custer gab (der übrigens aus Angermund stammte). Obwohl er vom Flittarder Pfarrer bei einem Taufeintrag auch als Johannes Schneider aus Opladen bezeichnet wurde, setzte sich bei seinen Kindern schließlich der Nachname Opladen durch.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.20

1698/99 Joannes von Rindorf
Es könnte sich um den Schützenkönig von 1677 gehandelt haben, möglicherweise aber auch um dessen gleichnamigen Sohn, geboren 1679, gestorben 1742. Klären lässt sich das nicht mehr.
Das Schild ist nahezu identisch mit dem von 1677/78 (in Größe, Umrandung u. Schrift). Sehr wahrscheinlich war er Halfe (Halbwinner) auf einem der Güter in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.21

1699/1700 HENRICVS ODENDAL
Schützenkönig 1689-91 u. 1699/1700
Schlachter in Stammheim. ''1 Vogel, 19 Schilde und 11 Pfg übergeben worden. Am 25. Aug. war im ganzen eingekommen an Brudergeld: 54 Gulden.'' Keine weiteren Daten zu ermitteln.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.22

1700/01 Peter Knott
Schützenkönig 1681/82, 1682/83 u. 1700/01. Kein Schild für sein letztes Königsjahr vorhanden. Lehnsmann auf dem Paulus von Niellehn zu Stammheim. Er war verheiratet mit Anna-Gertrud Bechem geboren ca. 1669, gestorben 19.8.1735. Peter Knott starb am 30.3.1701, d.h. im Laufe seines Königsjahres. Im alten Bruderschaftsbuch ist festgehalten, dass seine Witwe (und Königin) das Schützenfest ausrichtete: ''Am 8.August wurde der Schützenvogel von der Witwe Knott zu Stammheim aufgerichtet.'' Da es damals keinerlei soziale Absicherung für verwitwete Ehefrauen gab, ist es möglich, dass man die Witwe Knott von der Pflicht entband, ein Silberschild für das abgelaufene Königsjahr anfertigen zu lassen. Für Peter Knott sind keine Nachkommen nachweisbar. Allerdings hat seine Ehefrau durch ihre 1704 erfolgte zweite Ehe mit Johann Lützenkirchen einige Nachfahren in Stammheim und Flittard hinterlassen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.23

1701-03 HENRICVS VON BAFFROTT
''JUNGESELL . KÖNIG ZU FLIETTARTT''.
Heinrich Paffrath heiratet laut Kirchenbuch am 2.5.1708 Agnes Flöck aus Schlebusch. Wann er wo geboren und gestorben ist, ist nicht bekannt. Kinder ließen sie (zumindest in Flittard) nicht taufen.
''Am 8. August 1701 wurde der Vogel von der Witwe Knott zu Stammheim aufgerichtet und ist dem neuen Schützenkönig Henrich Paffrath mit allem Zubehör überliefert worden.''
Im Jahre 1702 kam es infolge des Spanischen Erbfolgekrieges zu Überfällen und Heimsuchungen durch die französische Armee im Landkreis Mülheim. Die Drangsalierer zündeten dabei auch in Flittard Häuser an (nachzulesen bei Johann Bendel, ''Heimatbuch des Landkreises Mülheim, S. 112''). Vermutlich aus diesem Grund ist dann erst 1703 wieder Schützenfest gefeiert worden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.24

1703/04 RVTGERVS WIHLER
Schützenkönig 1703/04 u. 1705-07
Bäcker in Stammheim. Rüttger Weiler oder Rüdiger Weiler war ein Sohn des auf dem Königsschild von 1682 erwähnten Gerhard Weiler. Über seinen weiteren Verbleib ist nichts bekannt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.25

1704/05 ANTONIVS RVTH VON WALT
Schützenkönig 1704/05, 1712/13 u. 1725/26
Anton Rott vorm Wald wurde am 10.5.1674 laut Flittarder Kirchenbuch unter dem Namen Anton Schumacher getauft. Sein Vater, Peter Schumacher, heiratete 1668 in Dünnwald. Dabei wird im dortigen Kirchenbuch vermerkt, dass er der Sohn des Pächters vom Rodderhof sei. Bei Sohn Anton wechselte der Nachname noch einige Male zwischen Schumacher und Rodterwahl/Rott vorm Wald/o.ä.. Seit 1706 setzt sich aber endgültig der letztgenannte Nachname durch. Anton Rott vorm Wald heiratete am 18.12.1708 Christine Pullem und starb am 15.2.1740. Ihr Sohn Peter war 1766 Kirchmeister. Mit ihm starb dieser einzigartige Nachname dann zwar auch schon wieder aus. Dennoch hinterließen die Eheleute zahllose Nachkommen in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.26

1705-07 RVTGERVS WIHLER
Bäcker in Stammheim. Schützenkönig 1703/04 u. 1705-07 (s.o.).

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.27

1707/08 Godschalck Hansel
Schützenkönig 1691/92, 1694/95 u. 1707/08
Auf der Rückseite seines Schildes sind Fische abgebildet. Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1691/92.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.28

1708-10 Derich Wisdorf
Kein Schild vorhanden.
Er ist identisch mit Theodor Düster, (König 1697/98)
In seinem Schützenjahr ist beschlossen worden, dass das Schützenspiel auch auf Maria-Geburtstag die hl. Messe spielen solle. Die Spielleute sollen für Lohn haben einen halben Rtlr, (Reichstaler) zwei Maß Bier und zwei Weck. Hiervon zeugen die Bürgen Gerhard W.... u. Andreas Fischer.
Er war Unterbott zu Stammheim. Im Jahre 1692 gehörte er zu den Bevollmächtigten der Nachbarn, die den vom herzoglichen Amtmann Johann Jakob Rheinfelden angeregten Vergleich zwischen Flittard und Unterstammheim unterzeichneten (s. Opladen, S. 31 und 32). Auf dem am 30.06.1703 in Stammheim abgehaltenen Bankgericht wurde festgelegt, dass u.a. Derich Duster, jetzt Wistorff, in Stammheim Kurmud zu zahlen und am Scheffengehalt mitzutragen habe.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.29

1710/11 Joannes Bruck
Johannes Brück wurde am 08.3.1682 geboren und starb in Flittard am 19.08.1735. Er war mit Margaretha Rheindorf, einer Enkelin des Königs von 1668, verheiratet. Während seines Königsjahres ist beschlossen worden, ''daß die Nachbarn guten Trunk haben sollen.'' Anscheinend war das Bier von Derich Wisdorf nicht schmackhaft. Dieser hatte ja - entgegen der Satzung - für seine beiden Königsjahre auch schon an den Königsschilden gespart.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.30

1711/12 FRIDERICH NOLDEN
geboren vermutlich am 26.4.1692 in Flittard. Danach verliert sich seine Spur im Dunkel der Geschichte.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.31

1712/13 ANTONIVS RUTH VON WALT und Anton Jesse
Anton Rott vorm Wald ist Schützenkönig 1704/05, 1712/13 u. 1725/26
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1704/05 Anton Jesse war Schmied in Stammheim und starb dort am 17.3.1749 im 80. Lebensjahr.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.32

1713/14 Heinrich Thielen
''HENRICUS TIEHLLEN BÜRGER ZU MÜHLEM''
Schützenkönig 1713/14, 1714/15 u. 1717/18. Auf seinen Königsschilden ist jeweils ein Pflug abgebildet. Von Beruf war er also wohl Bauer.
Er heiratete am 9.1.1712 in Flittard Cäcilia Raw (Rau) aus Flittard, mit der er in Mülheim insgesamt 10 Kinder bekam. In Mülheim starb er am 3.10.1739. Während seines Königsjahres ''ist wegen Streit ausgemacht worden, daß keine Auswendige (Auswärtige) Anteil an diesem Trank haben sollen.''

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.33

1714/15 Heinrich Thielen
''HENRICUS TIEHLLEN BÜRGER ZU MÜHLEM''
Schützenkönig 1713/14, 1714/15 u. 1717/18. Das Schild ist bis auf die Jahreszahl identisch mit dem vom Vorjahr (s. dort).

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.34

1715-17 Theodorus Kappenhagen
Im leider nur unvollständigen Kölner Einwohnerverzeichnis von 1715 ist er wie folgt genannt: ''Coppenhagen, Theodor, Barbierer, ex[traneus]2 qual[ifiziert] bei der Harnischmacher-Zunft, wohnt Buttermarkt, Bürgerbuch: Bürger 14.05.1691, qual[ifiziert] zum Schrein 12.10.1705'' Diese Mitgliedschaft in der Kölner Zunft der Harnischmacher, allerdings eine etwas eigenartige Mischung für einen Barbier, könnte darauf hindeuten, dass er der Kölner Bürger Theodor Kappenhagen war, der am Sonntag, den 04.08.1715, Schützenkönig der St. Sebastianus Schützenbrüderschaft in Flittard wurde und es bis 1717 blieb. Er war deren 34. Schützenkönig, der Text auf dem Schützenschild lautet: ''Ao 1715 HAT THEODORVS KAPPENHAGEN BIVRGER ZV COLLN DEN VOGEL ABGESCHOSSEN VND 1717 DISSES SCHILT DER BRVD(ER)SCHAFD''. Es wäre natürlich denkbar, dass Theodor aus dem damals noch nicht nach Köln eingemeindeten Flittard stammt und seiner Schützenbruderschaft auch nach der Umsiedelung nach Köln noch treu blieb (beim dem unterstellten Geburtsdatum um 1655 wäre er dann allerdings 60 Jahre alt gewesen). Eine Familie Kappenhagen ist jedoch nicht im Kirchenbuch von Flittard zu finden (das Taufbuch beginnt im Jahre 1643, hat jedoch eine Lücke 1653 - 1669 in der keine Taufen verzeichnet wurden). Auch im benachbarten Mülheim, Dünnwald, Wiesdorf, Rheindorf und Schlebusch ist kein Kappenhagen im Kirchenbuch zu finden. So bleibt nur, auf eine Herkunft vom Hof Kappenhagen und dort gepflegtem Schützentum, sowie auf eine mögliche berufliche Interessenverbindung Harnischmacher - Schütze zu verweisen. In den Kölner Generalvikariatsprotokollen findet man einen Dispens für das Aufgebot vor der Heirat, er ist datiert vom 13.02.1691. Am 19.05.1691, wenige Tage nach seiner Einbürgerung, heiratete er in der Kirche St. Paul die 39-jährige Gertrud Lemmerstorff. Sie wurde am 13.07.1652 in Köln, St. Paul, röm.-kath. getauft, ihre Eltern waren Arnold Lemmerstorff und seine Ehefrau Margaretha, geborene Alsts, auch Alf(f)steins, Paten waren Georg Pitlinger und Gertrud Dederichs.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.35

1717/18 Heinrich Thielen
''HENRICUS TIEHLLEN BÜRGER ZU MÜHLEM''
Schützenkönig 1713/14, 1714/15 u. 1717/18. Das Schild galt wohl als vermisst. Es wurde laut Karteikarte beim Fotografieren der Königsschilde anlässlich des Jubiläums 1994 wiederentdeckt. Es ist vom Aussehen nahezu identisch mit den beiden älteren Schilden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.36

1718/19 Andreas Fischer
''Scheffen und Schatzheber Pod Ampds Stammheim''
= Schöffe und Schatzheber im Botenamt Stammheim
Andreas Fischer wurde etwa 1666 geboren und starb am 17.8.1757 im 91. Lebensjahr. Er war verheiratet mit Gertrud Obladen, die bereits 1724 verstarb. Seine beiden nächsten Frauen überlebte er noch. Erst seine vierte Ehefrau, die er im Alter von 87 Jahren heiratete, starb nach ihm.
Im Jahrbuch ''Rechtsrheinisches Köln'', Band 27, S. 176 ff., kann man nachlesen: Andreas Fischer wurde 1698 von höchster Stelle zum Schöffen für Gobels und Paulus Hofsgüter ernannt. Im Jahr 1703 wurde er auch noch Schöffe für den Fronhof. Als Schatz- bzw. Steuerbote stand er in landesherrlichem Dienst. Seit 1714 versieht er zusätzlich zu seinen bisherigen Ämtern auch noch das des Buschhüters in Flittard.
Von diesem Ehepaar leben heute ebenfalls noch zahllose Nachkommen in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.37

1719/20 Johannes Hansen
''IOANNES HANSSEN ZU STAMMEL''.
Schützenkönig 1719/20, 1724/25, 1733-35 u. 1735/36
Johannes Hansen war der Sohn von Marcus Hansen, König von 1688/89 und 1695/96. Er wurde am 6.4.1684 in Stammheim geboren und starb dort am 21.2.1755. Verheiratet war er mit Clara Gierlich. Zu den Nachfahren dieser Eheleute zählt die Stammheimer Familie Tiepel. Wie sein Vater war Johannes Hansen wohl auch Pächter des Gobbelslehens in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.38

1720-23 Anton Düster
Kein Königsschild vorhanden
Er wird in der von Pfarrer Herkenrath erstellten Königsliste als Knecht bzw. Diener des Pfarrers von St. Brigida in Köln bezeichnet.
Zu ihm findet man im Flittarder Kirchenbuch nichts. Er dürfte jedoch mit dem König von 1697/98 und 1708-10 verwandt gewesen sein. Möglicherweise war er sogar sein Sohn.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.39

1723/24 Caspar Hövel
Er wurde um 1682 in Ossendorf geboren und heiratete 1706 nach Flittard ein. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 2.5.1723 Anna Brück, eine Schwester des Königs von 1710/11. Da auf seinem Königsschild eine Schere abgebildet ist, kann man davon ausgehen, dass er von Beruf Schneider war. Gestorben ist er in Flittard am 21.3.1758.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.40

1724/25 Johannes Hansen
''IOANNES HANSSEN ZU STAMMEL''.
Schützenkönig 1719/20, 1724/25, 1733-35 u. 1735/36
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1719/20.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.41

1725/26 Anton Rott vorm Wald
''Antonius Roth von Walt''
Schützenkönig 1704/05, 1712/13 u. 1725/26
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1704/05.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.42

1726-28 Gerhard Rau
''GERARDUS RAW''
Gerhard Rau geboren 24.12.1688 in Flittard, dort auch gestorben 5.4.1744, verheiratet mit Margarete Obladen.
Auf seinem Königsschild sind zwei Fische abgebildet, was auf seinen Beruf als Fischer hindeuten dürfte.
Von diesem Ehepaar leben heute ebenfalls noch zahllose Nachkommen in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.43

1728/29 Jakob Pullem
''JACOBUS PULLEM''
Jakob Pullem war vermutlich ein Enkel des Königs von 1676 und wurde am 18.2.1693 in Flittard geboren, seit 1724 verheiratet mit Barbara Nolden. Diese Ehe blieb kinderlos. Nach deren Tod heiratete er 1738 Elisabeth Steinbüchel, mit der er 7 Kinder bekam. Vor allem in Flittard leben heute noch zahlreiche Nachkommen. Am 18.1.1763 starb Jakob Pullem in Flittard.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.44

1729/30 Johannes Fischer
''IOHANNES FISCHER . BREUER ZU COLLEN''
Schützenkönig 1729/30 u. 1730-32
Er wurde als Sohn des Königs von 1718/19 am 13.5.1699 in Stammheim geboren und verzog später offenbar nach Köln, wo er den Beruf als Brauer erlernte. Sein letztes Lebenszeichen stammt aus dem Jahr 1744, als er in Flittard als Taufpate bei einem Neffen fungierte.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.45

1730-32 Johannes Fischer
''IOHANNES FISCHER . BREUER IN COLLEN''
Schützenkönig 1729/30 u. 1730-32
Nachdem Johannes Fischer zweimal nacheinander Schützenkönig geworden war, wurde beschlossen, dass der König im Folgejahr nur den ersten Schuss als Ehrenschuss habe.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.46

1732/33 Stephan Opladen
''STEPHANUS OPLADEN''
Er wurde am 29.9.1695 in Flittard geboren und starb dort am 3.5.1766.
Er und seine Ehefrau Helene Fuchs, die er erst 1735 heiratete, sind die Vorfahren zahlreicher Flittarder und Stammheimer, u.a. aller Burrekovens, die je in unseren beiden Dörfern gelebt haben.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.47

1733-35 Johannes Hansen
''JOANNES HANSSEN ZU STAMMEL''.
Schützenkönig 1719/20, 1724/25, 1733-35 u. 1735/36
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1719/20
1733 kaufte er in Stammheim für 150 Taler kölnisch ein Stück Land.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.48

1735/36 Johannes Hansen
''JOANNES HANSSEN ZU STAMMEL''.
Schützenkönig 1719/20, 1724/25, 1733-35 u. 1735/36
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1719/20.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.49

1736/37 Johannes Hansen
''IOANNES HANSEN ZU STAMMEL''.
Schützenkönig 1736/37 u. 1764/65
Er war der Sohn des vorherigen Königs und wurde am 13.3.1709 in Stammheim geboren.
In seinem Königsjahr heiratete er Agnes Nolden. Die Ehe blieb kinderlos. Am 23.1.1769 starb er in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.50

1737/38 Wilhelm Atzlenbach
''Wilhelm Atselenbagg''
Er war von Beruf Fischer und wurde am 8.9.1715 in Stammheim geboren. Zum Zeitpunkt seines Königsschusses war er noch Junggeselle; seine spätere Frau, Elisabeth Rheindorf, war da noch gar nicht geboren. Die beiden heirateten 1757. Nur ein Jahr später, am 1.6.1758, starb Wilhelm Atzlenbach mit gerade einmal 42 Jahren.
Erst fast 7 Jahre später heiratete Elisabeth Rheindorf im Alter von 26 Jahren in zweiter Ehe Hermann Paffrath aus Dünnwald. Zahllose Nachkommen dieser Eheleute leben heute in Stammheim und Flittard, neben einem Großteil der Stammheimer Paffraths sind das u.a. alle, die den Familiennamen Kissel tragen, aber auch der König von 1851-53 (Caspar Paffrath), über den es Interessantes zu berichten gibt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.51

1738 Lorenz Heuser
Kein Schild vorhanden.
Laut Pfarrer Herkenrath war er Kölner Bürger. Mehr ist über ihn nicht bekannt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.52

zw. 1739 u. 1743 Peter Fischer und Jakob Obladen
''Petrus Fischer
Jacobus Obladen''
Dieses Schild trägt keine Jahreszahl. Nach Auswertung aller Tauf- und Sterbeeinträge im Flittarder Kirchenbuch kommen nur die nachstehenden Personen in Frage:
Peter Fischer geboren 21.4.1711 in Stammheim, dort gestorben am 6.6.1758, war ein Sohn des Königs von 1718/19.
Jakob Obladen war geboren am 27.12.1705 in Flittard, wo er Dorfvorsteher war. Am 17.12.1745 kam er bei einem schweren Bootsunglück ums Leben. Hier der Auszug aus dem Sterbebuch:
''Am 17.12.1745, dem Tag des Hl. Lazarus, sind 12 Pfarrangehörige, sowie ein Auswärtiger, mit einem Fischerboot, das unvorsichtigerweise zu schwer beladen war, mitten im Rhein, zwischen Köln und Mülheim, gemeinsam untergegangen.''
Nur 2 Personen konnten gerettet werden.
Jakob Obladen, dessen Leiche nie gefunden wurde, war unter den Todesopfern.
Das macht das Einordnen des Königsschildes insofern etwas einfacher, als es auf jeden Fall von vor 1746 stammen muss. Das Königsjahr von Lorenz Heuser, dessen Schild ja fehlt, stützt sich nur auf den Eintrag von Pfarrer Herkenrath, demzufolge der nächste König, Gereon Atzlenbach, den Vogel am 9.8.1744 abschoss.
Für Peter Fischer und Jakob Obladen bleibt demnach nur der Zeitraum 1739-43 übrig. Johannes Custer (aus Opladen) und Dorothea Schlimgen waren übrigens die gemeinsamen Großeltern der beiden, s. Hinweis beim König von 1697/98.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.53

1744-48 Gereon Atzlenbach
''Gereon Adselbach''
Schützenkönig 1744-48 u. 1749/50
Wie sein Bruder Wilhelm (König von 1737/38) war auch er von Beruf Fischer. Auch auf seinem Königsschild ist ein Fisch abgebildet. Er wurde am 28.1.1718 in Stammheim geboren und war in beiden Königsjahren noch Junggeselle. Erst 1751 heiratete er Gudula Baumerich, die übrigens eine der beiden Personen war, die das Bootsunglück von 1745 überlebten. Ihre Ehe blieb kinderlos. Gereon starb am 26.8.1769 in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.54

1748/49 Adolph Hövel
''ADOLPHVS HOEVEL
Offermann in Dünnwald''
Er wurde als Sohn des Schützenkönigs von 1723/24 am 20.10.1706 in Flittard geboren und heiratete dort 1730 Anna Margaretha Bramers aus Müggenhausen. Spätestens 1732 übernahm er das Küsteramt in Dünnwald und wurde dort auch als erster Schullehrer eingestellt. Am 31.5.1752 starb er in Dünnwald im Alter von nur 45 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.55

1749/50 Gereon Atzlenbach
''Gereon Adselbach''
Schützenkönig 1744-48 u. 1749/50
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1744-48.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.56

1750-52 Andreas Obladen
Geboren am 10.6.1700 in Flittard, heiratete er dort am 13.2.1736 Ursula Klein. Die Eheleute wohnten in Stammheim, wo sie Landwirtschaft betrieben. Am 18.8.1758 starb Andreas Obladen, keine 4 Wochen nach dem Tod seiner Frau.
Sein Bruder Stephan war Schützenkönig 1732/33.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.57

1752/53 Wilhelm Roggendorf
''WILHILMUS ROCKENTORF''
Geboren am 5.3.1730 in Flittard, war er noch Junggeselle, als er die Königswürde errang. Am 26.2.1756 heiratete er Dorothea Weiler und übernahm 1760, nach dem Tod seines Vaters die elterliche Landwirtschaft. 1767 war er Kirchmeister in Flittard. Im Dezember 1794 brach zunächst in Stammheim (vermutlich durch eine französische Familie eingeschleppt), einen Monat später auch in Flittard die ''Rote Ruhr'' (Dysenterie) aus. Erst im Mai 1795 hatte sich die Epidemie ausgetobt, an deren Ende in Stammheim und Flittard nahezu ein Drittel der Bevölkerung verstorben war. So auch Wilhelm Roggendorf, am 2.2.1795, sowie sein einziger verbliebener Sohn Peter, am 8.5.1795.
Obwohl dieser das einzige Kind der Eheleute war, welches das Erwachsenenalter erreichte, leben heute zahllose Nachkommen in Flittard und Stammheim. Zu diesen zählt u.a. auch die Familie Roggendorf, die den Bungartzhof bewirtschaftete.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.58

1753-55 Marcus Hansen
''MARCUS HANSEN
JUNGERGESELL IN STAMMEL''
Er wurde am 26.7.1724 in Stammheim als Sohn des vierfachen Schützenkönigs Johannes Hansen (s.o.) geboren. Er war Bauer und blieb zeitlebens unverheiratet. Bei Bendel ist auf S. 300 über die Schützenbruderschaft Mülheim folgendes zu lesen: ''... und hat Marcus Hansen, junger Gesell von Stammheim den Vogel abgeschossen, welchem der silberne Vogel mit 53 Schilden umgehangen und congratuliert werden.'' Das war im Jahre 1747, weshalb mit Sicherheit angenommen werden darf, dass es sich um ''unseren'' Marcus Hansen handelt, der also sowohl in Stammheim als auch in Mülheim König war.
1768 lebte er im Hause seiner Schwester Sybilla und seines Schwagers Christian Merkenich, der nach ihm Schützenkönig wurde.
Am 9.4.1772 wurde Marcus Hansen tot aufgefunden. Als Todestag wurde der 5.4.1772 festgelegt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.59

1755-64 Christian Merkenich
''Christianus Mercknich''
Schützenkönig 1755-64 u. 1769-73
Sein Geburtsort ist nicht bekannt. Am 18.11.1749 heiratete er Sybilla Hansen, die Schwester des vorherigen Schützenkönigs, Marcus Hansen. Nach seinem Schwager und seinem Schwiegervater setzten er und seine Söhne die Tradition einer begeisterten Schützenfamilie fort. Sein ältester Sohn Markus Merkenich war 3 mal, der zweitälteste Sohn Balthasar Merkenich sogar 4 mal König. Markus schoss seinen ersten Vogel im 16. Lebensjahr ab.
Der von 1756 bis 1763 tobende Siebenjährige machte die Durchführung von Schützenfesten offensichtlich unmöglich und erklärt die 9-jährige Pause zwischen den beiden Festen 1755 und 1764.
Bemerkenswert ist übrigens der Todestag des Christian Merkenich: 7.4.1772, d.h. nur 2 Tage nach seinem Schwager Marcus Hansen, der am 9.4.1772 tot aufgefunden wurde.... Viele seiner Nachkommen leben heute noch in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.60

1764/65 Johannes Hansen
''IOANNES HANSEN IUNIOR
ZU STAMMEL''
Schützenkönig 1736/37 u. 1764/65
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1736/37
Auch er war ein Sohn des vierfachen Schützenkönigs Johannes Hansen (s.o.) und ein Schwager des vorherigen, Marcus Merkenich.
Als neue Mitglieder eingeschrieben hatten sich bei diesem Schützenfest u.a.: F. Adamus Rosell, Pastor zu Flittard und Stammheim und Peter Plumacker (Blomacher), Bungartshalfe.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.61

1765/66 Jakob Hansen
''IACOBUS HANSEN''
Schützenkönig 1765/66 u. 1768/69 (?)
Jakob Hansen dürfte aufgrund der beiden Fische, die auf seinem ersten Königsschild abgebildet sind, von Beruf Fischer gewesen sein. Er hat also den Beruf seines Vorfahren, des dreifachen Schützenkönigs Gottschalk Hansen (s.o.) übernommen.
Leider ist hier die Zuordnung nicht ganz einfach. Es kommen zwei Personen in Frage: Jakob Hansen, geb. 13.1.1697 in Flittard, Sohn von Gottschalk Jakob Hansen, geb. 29.2.1732 in Flittard, Enkel von Gottschalk, Sohn des Vorherigen.
Für den Älteren spricht, dass bei dessen Sterbeeintrag (24.3.1772) als Beruf Bauer und Fischer angegeben wurde. Dagegen spricht sein Alter.
Gegen den Jüngeren spricht, dass er bei seinem Tod (10.3.1804) lediglich Bauer genannt wird. Beim zweiten Königsschild fehlen die Fische, so dass man dort auf den jüngeren Jakob Hansen schließen kann.
Der Jüngere hat keine Nachkommen hinterlassen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.62

1766/67 Markus Merkenich
''Marcus Mercknich
im 16ten Jahr
ein jungergesell von Stamell hat den Vogel abgeschoßen''
Schützenkönig 1766/67, 1778/79 u. 1781/82
Er wurde am 11.12.1751 in Stammheim als Sohn des zweifachen Königs Christian Merkenich (s.o.), geboren. Er war bei seinem ersten Königsschuss der bisher jüngste König der Bruderschaft. Am 29.9.1779 heiratete er in Wiesdorf Anna Catharina Dederich, mit der er bis 1782 in Wiesdorf wohnte. Danach zogen sie wieder nach Stammheim. Am 30.3.1795 starb Markus Merkenich in Dinslaken.
Nach seinem Tod heiratete seine Witwe am 1.4.1800 seinen Bruder Balthasar. Dieser wurde sogar 4x König der Bruderschaft.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.63

1767/68 Johannes Fischer
''Joes Fischer
Jungergesell''
Er war ein Enkel des Königs von 1718/19 und in seinem Königsjahr noch Junggeselle. Der Peter Fischer, der verm. 1739-43 zusammen mit Jacob Opladen König war, war sein Vater. 1773 heiratete er Adelheid Margarethe Paffrath aus Schweinheim, mit der er um 1775 nach dort verzog und Landwirtschaft betrieb. Am 11.11.1819 starb Johannes Fischer in Schweinheim (heute Holweide).
Sollten die beiden Fische, die auf seinem Königsschild abgebildet sind, auf seinen Beruf hindeuten, hat er ihn in Schweinheim jedenfalls nicht mehr ausgeübt. Vermutlich sollten die Fische eine Anspielung auf seinen Nachnamen sein.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.64

1768/69 Jakob Hansen
Schützenkönig 1765/66(?) u. 1768/69
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1765/66

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.65

1769-73 Christian Merkenich
''CHRISTIAN MERCKNICH''
Schützenkönig 1755-64 u. 1769-73
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1755-64
Den Vogel beim Schützenfest 1773 hat laut Pfarrer Herckenrath wohl Sohn Marcus für seinen Vater aufgesetzt, denn Christian Merkenich war ja bereits am 7.4.1772 verstorben.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.66

1773/74 Jakob Obladen
Jakob Obladen wurde am 5.4.1738 in Stammheim geboren. Sein Vater war der Schützenkönig von 1750-52. In seinem Königsjahr war er noch Junggeselle. Da auch auf seinem Königsschild zwei Fische abgebildet sind, dürfte er von Beruf Fischer gewesen sein. Er heiratete recht spät, nämlich 1793 im Alter von 55 Jahren.
Mit seiner Frau bekam er zwei Kinder, die jedoch im Kindesalter starben. Kurz danach starb auch seine Frau. Seine zweite Ehe blieb kinderlos. Am 21.3.1830 starb er in Stammheim im Alter von fast 92 Jahren.
Das Haus, welches die Eheleute wohl in Erbpacht bewohnten, stand rechts neben der Stammheimer Kapelle, d.h. auf heutigem Schlosspark-Gelände. Nach dem Tod des Ehemannes wurde es an den Grafen von Fürstenberg verkauft.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.67

1774/75 Balthasar Merkenich
''BALTHASAR MERCKNICH''
Schützenkönig 1774/75, 1782-84, 1791-1801 u. 1806/07
Er wurde am 23.5.1754 in Stammheim als Sohn des zweifachen Königs Christian Merkenich (s.o.), geboren. Sein Bruder Markus wurde dreimal Schützenkönig, er selbst viermal. Was für eine erfolgreiche und begeisterte Schützenfamilie! Am 1.4.1800 heiratete er die Witwe seines Bruders Markus, Anna Catharina Dederich. Balthasar starb am 9.1.1836 in Stammheim im Alter von 81 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.68

1775/76 Joseph August Kropff
Auf dem Schild steht: ''Joseph Augus Kropff Kammer Diener Von Ihro Exullentz Herr Nuncius Capprara Anno 1776''.
Um dieses Schild ranken sich Geheimnisse. Wahrscheinlich stammte er aus Bigge und wurde dort am 16.1.1751 getauft. Warum er als Kammerdiener mit ca. 26 Jahren in Köln (bzw. Stammheim) war und warum er mitschießen durfte, ist noch im Dunkel der Geschichte verborgen. Das Königsschild befindet sich im Besitz der Stammheimer Bruderschaft.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.69

1776-78 Anton Fischer
''ANTONIUS FISCHER
JUNGESELL IN STAMMEL''
Schützenkönig 1776-78 und 1785/86.
Er wurde am 3.5.1752 in Stammheim geboren. Der Peter Fischer, der verm. 1739-43 zusammen mit Jacob Opladen König war, war sein Vater.
1779 heiratete er Gertrud Fuchs aus Strunden, mit der er 6 Kinder bekam. Anton Fischer starb am 14.5.1810 in Stammheim.
Wie bei seinem Bruder Johannes, der 1767/68 König war, soll der auf seinem Königsschild abgebildete Fisch wohl eine Anspielung auf seinen Nachnamen sein. Von Beruf war er nämlich Bauer und Unterzolleinnehmer.
1785/86, in seinem zweiten Königsjahr, geriet er offenbar in Geldnot und verpfändete daraufhin das gesamte Königssilber. Durch eine List gelang es den Schützenbrüdern jedoch, das Silber wieder zu erlangen. Seitdem müssen Minderbemittelte zwei weitere Bürgen stellen. Vor allem in Stammheim leben heute noch einige seiner Nachkommen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.70

1778/79 Markus Merkenich
''MARCUS MERCKNICH''
Schützenkönig 1766/67, 1778/79 u. 1781/82
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1766/67
Sein Urgroßvater Marcus Hansen war zweimal König, sein Großvater Joh. Hansen 4x, sein Vater Christian Merckenich 2 mal, sein Bruder Balthasar 4x! Eine wahrlich begeisterte Schützenfamilie!

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.71

1779/80 Peter Vogel
''Peter Vogell''
Er wurde am 7.6.1758 in Stammheim geboren. 1800 heiratete er Anna Margaretha Peltzer. Bei seinem Königsschuss war er also noch Junggeselle, wie viele Könige vor ihm auch. 1780 übte er den von seinem Großvater geerbten Beruf als Schmied aus. Auf seinem Königsschild sind Schmiedehammer und -zange abgebildet. Als er am 13.1.1820 in Stammheim stirbt, nennt das Kirchenbuch ihn einen Bauern. Die meisten Nachkommen der Eheleute leben heute in Mülheim.

1779 schreibt sich Freiherr von Pfeill als Mitglied der Bruderschaft ein.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.72

1780/81 Heinrich Hansen
Er wurde am 1.11.1733 in Stammheim geboren und heiratete 1758 seine Großkusine Gertrud Hansen. Die Eheleute lebten in Flittard, wo Heinrich den Beruf des Fischers ausübte (s. Fisch auf seinem Königsschild). Er war übrigens ein Enkel des dreifachen Königs Gottschalk Hansen. Heinrich starb am 17.10.1792 in Flittard.

Viele ihrer Nachkommen leben heute in Flittard. Eine Enkelin heiratete den aus der Eifel nach Flittard gezogenen Michael Miltz und gründete so eine Flittarder Dynastie. Dazu gehörte u.a. der spätere Stadtverordnete Peter Roggendorf, der Namensgeber der Roggendorfstraße.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.73

1781/82 Markus Merkenich
''MARCUS MERCKNICH''
Schützenkönig 1766/67, 1778/79 u. 1781/82
Mit 31 Jahren erringt Marcus seinen dritten Königstitel! Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1766/67.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.74

1782-84 Balthasar Merkenich
''Palthasar Mercknich''
Schützenkönig 1774/75, 1782-84, 1791-1801 u. 1806/07 Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1774/75.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.75

1784/85 Stephan Fuchs
''Stepanus Fus''
Er wurde am 30.03.1760 in Flittard geboren und wohnte dort als Bauer bis zu seinem Tod am 10.05.1828. Er blieb zeitlebens Junggeselle.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.76

1785/86 Anton Fischer
''Antonius Fischer''
Schützenkönig 1776-78 und 1785/86.
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1776-78.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.77

1786/87 Anton Winand
''Antonius Wilant''
Er wurde am 18.10.1746 in Stammheim geboren und war von Beruf Bauer. 1782 heiratete er in Gladbach die aus Schildgen stammende Maria Catherina Meiss. Am 07.04.1820 starb er in Stammheim.
Zu ihren Nachkommen zählt neben den Stammheimer Winands z.B. auch die Stammheimer Familie Overath. Der Stammheimer Offizier Heinrich Winand, der 1890 den Holzrest von der Stange rupfte (''Plückvogel'') und damit zum Auslöser für die Trennung in eine Flittarder und Stammheimer Bruderschaft wurde, ist ein Ur-Enkel dieser Eheleute.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.78

1787/88 Andreas Fischer
''Andreas Fisser''
Er wurde am 23.11.1754 in Stammheim geboren. Sein Bruder Anton war zwei Jahre vor ihm König. Von Beruf war er Bauer. Die beiden auf dem Königsschild abgebildeten Fische dürften auf seinen Nachnamen hindeuten. 1782 hatte er Anna Gudula Nolden geheiratet. Eine ihrer Urenkelinnen war die Ehefrau und damit Königin von Johann Westenberg, dem ''Plückvogelkönig'' von 1890/91. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1795 heiratete er Ida Engels, mit der er der Vorfahre der Stammheimer Famlie Roth wurde. Andreas Fischer starb in Stammheim am 21.10.1819.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.79

1788-90 Andreas Gierath
''Antreas Gerot''
Schützenkönig 1788-90 und 1804-06
Er wurde am 15.02.1755 in Flittard geboren und heiratete 1783 in Mülheim die von dort stammende Gertrud Königsfeld. Die Familie lebte von Beginn an in Mülheim, wo Andreas als Fassbinder arbeitete. In seinem Haus in der Freiheitstraße starb er am 03.07.1812.

Aus der Chronik: Den 5. Aug. 1788 ist einstimmig beschlossen worden, daß das Traueramt für die verstorbenen Brüder und Schwestern am 1. Samstag nach dem Feste d. hl. Sebastiani zu Stammheim gehalten werden solle wobei (geopfert werden) solle damit der Herr Pastor etwas für seine Mühe bekomme.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.80

1790/91 Heinrich Weiler
Er wurde am 20.06.1703 in Flittard geboren. Sein letztes Lebenszeichen stammt aus dem Jahr 1802. Danach verliert sich seine Spur.
Sein Schild wurde am 18. August 1839 zum Andenken erneuert.
Als Mitglieder eingetragen haben sich: Maximilian Freiherr vom Scharfenstein, genannt Pfeil. Balthasar Fasbender, Pastor in Flittard und Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.81

1791-1801 Balthasar Merkenich
''BALDHASAR MERCKNICH''
Schützenkönig 1774/75, 1782-84, 1791-1801 u. 1806/07
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1774/75
In den Jahren zwischen 1791 und 1801 hatten die Bewohner unserer Gegend furchtbar unter den durchziehenden französischen Söldner-Armeen zu leiden (nachzulesen bei Johann Bendel, Das Heimatbuch des Landkreises Mülheim).
Erst nach dem Frieden von Luneville (09.02.1801) kehrte wieder Ruhe in Europa ein.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.82

1801-03 Anton Paffrath
''Anton Paverat''
Sein Geburtsjahr (1747 oder 1757) ist nicht sicher feststellbar. Um 1789 heiratete er Sybilla Mohr aus Unkel. Mit seiner Familie lebte er in dem zur Pfarre Mülheim gehörenden Oberstammheim. Ihr Wohnhaus stand ziemlich am Anfang der Stammheimer Hauptstraße, ungefähr dort wo sich später die Gaststätte Förster befand. Anton Paffrath war von Beruf Schiffer und Bauer. Seine Kinder zogen aus Stammheim weg (die meisten nach Mülheim/Buchheim). Er starb in Stammheim am 30.11.1819.
Als Mitglieder haben sich eingetragen: Carl von Pfeil, Ferdinand von Pfeil. Es ist unter den Ruthen verabredet worden, daß derjenige, welcher den Vogel aufsetzt, einen neuen Tisch(?) soll geben, bis es im ganzen 12 sind. Auch ist vereinbart worden, daß da wo der Vogel aufgesetzt wird, auch der Kirchendienst gehalten werden soll.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.83

1803/04 Peter Opladen
''Peter Opladen zu Flittorf''
Er wurde am 12.3.1764 in Flittard geboren. Sein Großvater, Anton Rott vorm Wald, errang fast genau 100 Jahre vor ihm den ersten seiner drei Königstitel. Mit seiner Frau, Anna Catharina Weiler, die er 1792 heiratete betrieb er Landwirtschaft. Haus und Hof standen in der Flittarder Hauptstraße auf dem Gelände (rechter Teil), wo später das Kloster (Altenheim) stand. Peter Opladen starb dort am 26.02.1820.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.84

1804-06 Andreas Gierath
''Andreas Gerot''
Schützenkönig 1788-90 und 1804-06
Informationen zu ihm siehe Königsjahr 1788-90.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.85

1806/07 Balthasar Merkenich
Schützenkönig 1774/75, 1782-84, 1791-1801 u. 1806/07
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1774/75
Auf seinem letzten Königsschild lässt er seinen Namen erstmals in der heute gültigen Schreibweise eingravieren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.86

1807/08 Urban Paffrath
''Urbanus Pafrath, Kohlhändler in Stamheym, wohnhaft in No. 46'' Schützenkönig 1807/08 u. 1819-26
Er wurde am 09.01.1773 als jüngster Bruder des Königs von 1801-03 in Oberstammheim geboren, wo er seit 1798 mit Margaretha Weiler verheiratet war. Mit der auf seinem Königsschild genannten Berufsbezeichnung könnte auch Kohlenhändler gemeint sein. Später wird er in den Urkunden fast immer als Schiffer und/oder Ackerer (= Bauer) bezeichnet. Er stirbt in Oberstammheim am 28.01.1844.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.87

1808/09 Wenzeslaus Roggendorf und Andreas Odentahl
''Wessel Roggendorf, Andreas Ohdendahl, in Flittorf''
Wenzel Roggendorf wurde am 10.11.1788 in Flittard geboren. 1810 heiratete er Christina Esch aus Niehl. Von Beruf war er Ackerer. Haus und Hof standen ungefähr dort, wo sich heute die Häuser Flittarder Hauptstraße 34 und 36 befinden. Dort starb er am 16.07.1861.
Willi Schorn, der langjährige Vorsitzende des TV Flittard und Mitte des 20. Jahrhunderts zweifacher König der Bruderschaft, ist ein direkter Nachfahre von Wenzel Roggendorf.
Andreas Odenthal wurde am 7.5.1780 in Dünnwald geboren und heiratete 1803 in Flittard Agnes Burrekoven. Ihnen gehörte Haus und Hof in der Flittarder Hauptstraße 125. Ihre Tochter Elisabeth heiratete 1848 Andreas Niesen, der dort eine Gastwirtschaft betrieb (später ''En d'r Hött''). Andreas Odenthal starb dort am 31.10.1830.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.88

1809/10 Johann Pelzer
''Joan Pelzer, König in Stammheim''
Er wurde am 17.09.1792 in Stammheim geboren, d.h. er war bei seinem Königsschuß erst 16 Jahre alt! 1824 heiratete er Catherina Atzlenbach, ebenfalls aus Stammheim. Zumindest im Jahr 1846 war er Mitglied des Gemeinderates der Bürgermeisterei Merheim. Zwar war er selbst Landwirt, aber schon sein Großvater betrieb in der Stammheimer Hauptstraße (heutige Nr. 26) eine Bäckerei, die dort bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand. Johann Pelzer starb in Stammheim am 19.11.1874.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.89

1810-18 Peter Paffrath
Schützenkönig 1810-18 u. 1828/29
Da auf der Rückseite seines Königsschildes der Hl. Clemens abgebildet ist, kommt unter den damals in Flittard/Stammheim zahlreich vorhandenen Personen dieses Namens nur der am 08.03.1769 in Oberstammheim, Pfarre Mülheim, geborene Peter Paffrath in Frage. Er war ein Bruder der Könige von 1801-03 und von 1807/08. 1789 heiratete er Adelheid Koch aus Paffrath. Die Eheleute wohnten am Anfang der Hofstraße, wo sie Landwirtschaft betrieben. Zumindest während seiner Zeit als Schützenkönig war Peter Paffrath aber auch als Fischer tätig, worauf zwei Fische auf seinem Königsschild hindeuten. Sein Königsjahr wurde durch die Napoleonischen Kriegswirren und die folgende schwere Nachkriegszeit auf acht Jahre verlängert. Am 08.01.1848 starb er in Stammheim.
Über seine Tochter Elisabeth, die 1824 den aus Elleringhausen stammenden Caspar Körner heiratete, wurde er zum Vorfahren aller Stammheimer Körners.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.90

1818/19 Michael Miltz
''Michael Meltz, König in Flitorff''
Er wurde am 07.10.1782 in Rüth, in der Nähe von Kloster Steinfeld, geboren. 1811 heiratete er in Flittard Margaretha Hansen, eine Enkelin des Königs von 1780/81.
Die Eheleute wohnten im Elternhaus der Ehefrau, welches sich an der Stelle befand, wo heute das Haus Flittarder Hauptstraße 107 steht. Dort betrieb Michael Miltz Landwirtschaft. Er erwarb sich in Flittard recht schnell Ansehen, und so wurde er am 22.1.1821 zum Präsidenten des Kirchenrates gewählt, was er bis mindestens 1833 auch blieb. Am 16.2.1844 starb er in Flittard. Ein Sohn der Eheleute, Matthias Wilhelm Miltz, war später 50 Jahre lang Kommandant der Schützenbruderschaft. Ihr Enkel, Peter Roggendorf, viele Jahre Stadtverordneter und Namensgeber der Roggendorfstraße. Auch heute noch leben zahllose Nachkommen der Eheleute in Flittard, so u.a. auch die beiden Jubiläumskönige Marco Berendt (Flittard) und Jakob Roggendorf (Stammheim).

Als Mitglied neu eingetragen: Theodor Freiherr von Fürstenberg (Er ist der Vater von Franz Egon v. F. und Begründer der Linie Fürstenberg-Stammheim, geboren 17.1.1771 in Herdringen).

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.91

1819-26 Urban Paffrath
''Urbanus Pafrath, Schiffer in Stamheim''
Schützenkönig 1807/08 u. 1819-26
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1807/08
Bei der Feierlichkeit des hohen Amtes wurden durch das Schießen der Junggesellen die Fenster beschädigt und von der Verbrüderung mit einem Reichstaler u. 36 Stüber wieder hergestellt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.92

1826-28 Nicolaus Zinzen
Er wurde am 02.04.1797 in Hombourg, Kreis Lüttich, geboren. 1821 heiratete er Wilhelmine Cramer, die aus der Nähe von Neheim stammte. Die Eheleute übernahmen spätestens 1822 die Gastwirtschaft ''Stammheimer Häuschen''. Nachdem die Familie um 1830 kurzzeitig ins Haus Reuschenberg nach Bürrig gezogen war, kehrten sie um 1839 wieder zurück nach Stammheim. Da erbaute Nicolaus Zinzen nämlich auf dem Grundstück Nr. 265/2, Flur ''An der Joch'', ein neues Gebäude, welches ''Das Neue Stammheimer Häuschen'' genannt wurde. Dieses Grundstück lag etwa 300 Meter südlich des alten, im Jahre 1964 abgerissenen Stammheimer Häuschen, dort, wo das Kirschfinkenpfädchen auf die Heerstraße (= heutige B8) traf. Dort betrieb er ebenfalls eine Gastwirtschaft, bis zu seinem Tod am 04.01.1859.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.93

1828/29 Peter Paffrath
Schützenkönig 1810-18 u. 1828/29
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1810-18.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.94

1829-31 Johann Paffrath
''Johann Pafraht Brücken Knecht in Mülheim am Rhein''
Johann Paffrath wurde am 05.03.1796 in Oberstammheim als Sohn des Königs von 1801-03 geboren. Er blieb zeitlebens unverheiratet und starb in Mülheim am 25.06.1847.
Auf seinem Königsschild ist eine sogenannte ''fliegende Gierbrücke'' abgebildet. Diejenigen, die diese Brücken bedienten wurden Brückenknechte genannt.
In den alten Protokollen, die jeweils bei der Übergabe der Schilder vom alten auf den neuen König angefertigt wurden, fehlte dieses Schild zunächst. Es wurde dem Silberschatz der Bruderschaft erst zwischen 1848 und 1851 hinzugefügt. Möglicherweise haben seine Erben das Königsschild nach seinem Tod im Nachlass gefunden und der Bruderschaft übergeben.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.95

1831-33 Wilhelm Lang
Er wurde am 23.04.1800 in Flittard geboren und heiratete dort 1826 Catharina Wilms. Nachdem er sein Elternhaus (Flittarder Hauptstraße 43) geerbt hatte, betrieb er dort bis zu seinem Tod am 31.08.1864 Landwirtschaft.
Heute lebt dort noch seine Ur-Ur-Ur-Enkelin.
Es wurden 18 neue Mitglieder eingetragen darunter Jacob Herkenrath, Pastor zu Stammheim und Flittard.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.96

1833/34 Heinrich Immekeppel
''Heinrich Immerkerber von Stammeler'' Er war ein Ur-Enkel des Schützenkönigs von 1692/93 und wurde am 09.03.1794 in Stammheim geboren, wo er Landwirtschaft betrieb. 1822 heiratete er Margaretha Dederich, eine Tochter von Anna Catharina Dederich, die sowohl mit Marcus Merkenich als auch mit Balthasar Merkenich Schützenkönigin war.
Margaretha Dederich, die Königin von 1833/34, wurde am 24.05.1797 in Stammheim unehelich geboren. Neben ihrem Taufeintrag hatte der Pfarrer notiert, dass ihre Mutter von einem französischen Soldaten vergewaltigt worden sei. 1800 heiratete die Mutter dann ihren Schwager, Balthasar Merkenich, der das Kind adoptierte.
Die Schützenkönigin Margaretha starb leider am 25.03.1834, also während des Königsjahres, d.h. noch vor ihrem Schützenfest. Heinrich Immekeppel starb am 08.05.1844. Heute leben noch viele Nachkommen in Stammheim, u.a. der ehemalige 2. Brudermeister, Wolfgang Stuke.

In diesem Jahr (1833) wurde ein neues Protokollbuch angelegt. In dieses Buch hat sich Franz Egon Freiherr von Fürstenberg eigenhändig eingetragen. Bei dieser Gelegenheit hat er 4 Ohm Bier gespendet.
Es gibt vier Maßangaben Ohm:

  1. 1 Ohm ca 150 Liter /Badenweiler
  2. 1 Ohm preußisch = 2 Eimer ≈ 137,400 Liter5.1
    Da Flittard seit 1815 mit dem bergischen Land zu Preußen gehört, scheint mir das preußische Maß doch am wahrscheinlichsten. Dann wären 4 Ohm = 549.6 Liter!
  3. 143.4 Liter Frankfurt am Main
  4. 157 Liter Schweden.
  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.97

1834/35 Franz Vogel
''Franz Vogel, Schützen=König zu Stamheim dermalen Geheim=Secretair beim
K.Pr.Kammerherrn Reichs=Freiherrn Franz Egon v. Fürstenberg im Aug 1835''
Franz Vogel wurde 1801 in Üntrop (Sauerland) geboren. Er starb unverheiratet als amtierender Schützenkönig am 29.04.1835 in Stammheim. Nicolaus Zinzen, Wirt des Stammheimer Häuschen und Schützenkönig 1826-28, richtete an seiner Stelle das Fest aus.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.98

1835/36 Gerhard Obladen
''Gerhard Obladen, Schmiedemeister bei Reichs Freiher Franz Egon von Fürstenberg''
Er wurde am 19.03.1797 in Stammheim als ein Ur-Enkel des dreimaligen Schützenkönigs Anton Rott vorm Wald geboren. 1828 heiratete er Elisabeth Immekeppel, eine Schwester des Königs von 1833/34. Von Beruf war er Hufschmied und - wie das Königsschild belegt - stand er in Diensten des Reichsfreiherrn von Fürstenberg. Mit seiner Frau bewohnte er sein Elternhaus auf der Stammheimer Hauptstraße, schräg rechts gegenüber der Kapelle. Dort starb Gerhard Obladen am 08.08.1850. Die Ehe blieb kinderlos.

Am 14. August 1835 hat der Freiherr von Fürstenberg eine prachtvolle kostbare Fahne geschenkt. Soll aufbewahrt werden im Hause Stammheim. Der Dank hierfür wurde von Pastor Herckenrath im Namen der Schützenbruderschaft 3 mal in der Kölner Zeitung eingesetzt. Preis hierfür 2 Taler, 22 Silbergroschen, 6 Pfg. Köln den 21 August 1835.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.99

1836-38 Peter Atzlenbach
''Peter Atzelbach Schützene König in Stammheim'' (Hier ist erstmals Stammheim so wie heute geschrieben!)
Er wurde am 31.03.1775 in Stammheim geboren. Seine Onkel, Gereon und Wilhelm Atzlenbach, waren im 18. Jahrhundert mehrfach Schützenkönig, ebenso wie sein Ur-Großvater, Andreas Fischer (1718/19). 1795 heiratete er Gertrud Opladen, mit der er 10 Kinder bekam. Die Familie lebte auf der Stammheimer Hauptstraße, schräg gegenüber der Kapelle, ungefähr dort, wo heute das Haus Nr. 58 steht.
Mindestens von 1812 bis 1815 wirkte er in Stammheim als Schullehrer . Bis ca. 1818, dem Jahr der Aufhebung der Binnenzölle amtierte er als Zolleinnehmer. Die sogenannte Barriere befand sich an der heutigen B 8. Während er allerdings ebenso - wie fast alle Einwohner - ständig auch Landwirtschaft betrieb, bekleidete er um die Zeit seines Königsjahres herum auch das Küsteramt. Er verstarb in seinem Haus am 05.02.1856.
Zu den zahlreichen Nachkommen des Ehepaares gehörten z.B. der verstorbene Stammheimer Heimatforscher, Hanns Burrekoven, wie auch der frühere Brudermeister aus Flittard, Josef Müller.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.100

1838/39 Heinrich Fischer
Er war ein Ur-Ur-Enkel des Königs von 1718/19 und war noch Junggeselle. Am 09.07.1816 wurde er in Stammheim geboren. Sein Elternhaus stand auf der linken Seite der Stammheimer Hauptstraße. Es war das vorletzte Haus vor der Kapelle.
1847 heiratete er Gudula Schmitz. Die beiden betrieben Landwirtschaft. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1898 zog er hochbetagt zu seinem Sohn Gerhard, der als Fabrikarbeiter in der Berliner Straße 41 in Mülheim lebte. Dort starb er am 24.02.1900.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.101

1839-41 Wilhelm Küser
Er wurde am 22.8.1805 in Neunkirchen/Sieg geboren und lebte seit spätestens 1832 als Schreiner in Flittard. 1837 heiratete er Helene Opladen aus Stammheim. Kurz nach der Hochzeit bauten sie sich in der Rosellstraße ein Haus, wo sie 1887 ihre Goldene Hochzeit feiern konnten. Am 20.11.1887, ca. 5 Wochen später, starb Wilhelm Küser.
Zu den Nachkommen dieses Königspaares zählt u.a. der derzeitige Schriftführer der Flittarder Bruderschaft, Frank Milles.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.102

1841-43 Christian Klötsch
''Christian Klütsch'' wurde am 13.9.1812 in Flittard geboren. 1839 heiratete er die 17 Jahre alte Anna Margaretha Plümacher, mit der er 11 Kinder bekam. Die Ehefrau wurde nur 42 Jahre alt. Zunächst war Christian Klötsch als Fuhrmann tätig, später wurde er stets als Tagelöhner bezeichnet. Er starb in Flittard am 05.04.1873.
Zu ihren Nachkommen gehörte u.a. der frühere Vorsitzende der Stammheimer Bruderschaft, Hans Klötsch.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.103

1843-45 Adam Kissel
''Adam Kiesel, Schützen König in Stammheim''
Am 11.5.1808 in Stammheim geboren, war er ein Ur-Ur-Ur-Enkel des Königs von 1668, Everhard Rheindorf. 1831 heiratete er die aus Rath stammende Anna Katharina Kürten, mit der er 13 Kinder bekam. 1845, nach dem Tod seines Vaters, erbte er das Haus, welches dort stand, wo sich heute das Haus Stammheimer Hauptstraße 36 befindet. Sein Brot verdiente er als Tagelöhner. 1848 war er Vorstandsmitglied der Bruderschaft. Am 24.10.1869 starb er zu Hause. Zahllose Nachkommen dieser Eheleute leben heute in Stammheim und Flittard. Zu diesen zählen u.a. der Stammheimer Schützenbruder Markus Kissel und der Flittarder Hochstandschütze Max Körner.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.104

1845-48 Franz Opladen
Er wurde am 29.08.1811 in Stammheim, heute Möwenstraße 8, geboren. Auch er war ein Nachfahre des Königs von 1668, Everhard Rheindorf. Die beiden auf seinem Königsschild abgebildeten Fische deuten darauf hin, dass er zu der Zeit den Fischerberuf ausübte. 1854, nach dem Tod seines Vaters, erbte er sein Elternhaus und betrieb von da an dort Landwirtschaft. Er blieb zeitlebens unverheiratet. Als er sein Ende nahen fühlte, vermachte er per Testament vom 29.05.1879 seinen Besitz von 11 Ackerparzellen, inkl. des Wohnhauses (heute Möwenstraße 8), Kuh- und Pferdestall, Scheune und Schuppen, an die Witwe seines ein Jahr zuvor verstorbenen Stiefbruders, Jakob Opladen. Diese Witwe, Maria Katharina Ufer, war die Ur-Ur-Großmutter des derzeitigen Stammheimer Adjutanten, Frank Hugenott, und des Vorstandsmitglieds Johannes ''Puffi'' Paffrath.
Franz Opladen starb am 06.06.1879, acht Tage nachdem er sein Testament gemacht hatte.

Bis dahin wurde der Silberschatz dem jeweiligen Schützenkönig anvertraut, der dies jeweils durch Unterschrift vor Zeugen bzw. Bürgen bestätigte. Seit dem 24. Januar 1846 wurde der Silberschatz auf dem Schloss Stammheim in Verwahrung genommen. Beschluß u. eigenhändige Eintragung im Protokollbuch durch Franz-Egon Freiherr von Fürstenberg. Interessanterweise feiern die Schützen trotz des verheerenden Hochwassers vom Frühjahr bereits wieder Schützenfest.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.105

1848-51 Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim
Abgeschossen wurde der Vogel von seinem Sekretär Leonhard Verpoorten. Im Protokollbuch heißt es u.a: ''... ist der Vogel am 22. August abends durch den Secretair L. Verpoorten von Stammheim Namens des königlichen Kammerherrn Herr Franz-Egon Grafen von Fürstenberg-Stammheim abgeschossen worden. Dem Verpoorten wurden darauf der silberne Vogel u.s.w. ... übergeben''

Franz Egon Freiherr von Fürstenberg (Franz Egon Carl Joseph Johannes Maria Walburga Graf v. Fürstenberg-Stammheim) wurde am 24.3.1797 in Herdringen Regierungsbezirk Arnsberg, geboren. Nachdem sein Vater 1818 Schloss Stammheim gekauft hatte, siedelte die Familie nach hier über. 1829 heiratete er Pauline von Romberg, mit der er 8 Kinder bekam.

Franz Egon gehörte zu den größten Grundbesitzern in den Rheinlanden und Westfalen. Alleine die Güter Schönrath, Haan und Stammheim umfassten 5000 Morgen (1 Morgen = 2500 m). Er war von 1836-41 Mitglied des rheinischen Provinziallandtages. 1852 wurde er in die zweite Kammer des preußischen Landtages gewählt. Franz Egon wurde zu einem der wenigen renommierten Katholiken, die zum näheren Umkreis des Königs Friedrich Wilhelm IV. zählten. Von Natur aus ein offener und menschenzugewandter Charakter fühlte er sich auch dem öffentlichen Wohl seiner näheren Umgebung verpflichtet. So ließ er z.B. mit eigenen Mitteln den Bau der Landstraße zwischen Mülheim und Bergisch-Gladbach vorantreiben. Durch einen Dammbau ließ er die Orte Flittard und Stammheim besser vor den Hochwassern des Rheins schützen. 1856 ernannte ihn die Stadt Köln zu ihrem ersten Ehrenbürger. Am 20.12.1859 starb er in Köln, Brückenstraße 13-15.
Die Schützenbruderschaften in Flittard und Stammheim haben dem Hause Fürstenberg-Stammheim unendlich viel zu verdanken, so z.B. auch den zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgten Bau der einzigartigen historischen Hochstände.

Protokollbuch: Das Schützenfest fällt im Jahre 1850 wegen der Kartoffelkrankheit aus. Am 24. Aug. 1851 hat der stellvertretende Schützenkönig L. Verpoorten den Vogel neu aufgesetzt ...

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.106

1851-53 Caspar Paffrath
Er wurde am 15.04.1825 als Sohn eines Bauern in Stammheim geboren. Sein Elternhaus war ein Fachwerkhaus, welches sich ungefähr dort befand, wo heute das Haus Stammheimer Hauptstraße 80 steht. Der König von 1776-78 war sein Großvater. Bei seinem Königsschuss war Caspar Paffrath Junggeselle. Sein Vater starb 1851, während seines Königsjahrs, und seine Schwestern, die bereits verheiratet waren, teilten nunmehr Haus und Hof unter sich auf. Nachdem Caspar Paffrath am 11.04.1854 seine 4 von den Eltern geerbten Ackerparzellen und seine hinter dem Elternhaus gelegene Gartenparzelle verkauft hatte, verließ er Stammheim im Juni 1854 für immer. Er nahm in Bremen das Schiff ''Virginia'', mit dem er am 08.08.1854 Baltimore erreichte. Später ist er dann nach St. Louis gelangt, wo er am 10.04.1860 die aus Württemberg stammende Barbara Schneider heiratete.
Ungefähr 1 Jahr nach der Hochzeit, am 24.04.1861, schrieb sich Caspar in die Union Army, Company C, 4. Regiment, Missouri Volunteer Infantry, ein. Er diente als gemeiner Soldat im Amerikanischen Bürgerkrieg, wurde jedoch bereits am 31.07.1861 ausgemustert.
Überlieferungen innerhalb der Familie besagen, dass sein Wehrdienst verkürzt wurde, weil er an Malaria oder Gelbfieber erkrankte. Nach der Militärzeit verließen Caspar und Barbara mit ihrem Söhnchen Henry die Stadt St. Louis und zogen nach Edwardsville, Illinois, wo der zweite Sohn, William, geboren wurde. Irgendwann zwischen 1865 und 1871 zogen sie weiter nach Minnesota, wo sie sich schließlich in New Ulm niederließen. Dort wurden mindestens 4 weitere Kinder geboren. Caspar Paffrath starb in New Ulm am 05.08.1878 an Auszehrung. Sein Grabstein ist dort heute noch zu sehen.
Der o.g. Sohn William war Mitgründer der Farmers State Bank in Springfield, Minnesota, und wurde ihr Präsident. Nach ihm ist heute noch die Paffrath Avenue in Springfield benannt. Im Jahr 2005 lebten nachweislich 46 Nachkommen von Caspar Paffrath in den USA. Foto von Caspar Paffrath um 1865:

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.107

1853-56 Theodor Lützenkirchen
Der Vogel wurde von C. Paffrath beim Wirtshause Wilhelm Gerhards in Flittard aufgestellt und vom Junggesellen Theodor Lützenkirchen am 15. August 1853 abgeschossen.
Theodor Lützenkirchen wurde am 01.08.1830 in Stammheim geboren. Er war ein Ur-Ur-Ur- Enkel des dreifachen Königs Anton Rott vorm Wald. 1858 heiratete er die aus Herl stammende Anna Maria Siefen. Mit ihr bekam er bis 1861 in Stammheim 2 Kinder. Danach verließen sie Stammheim mit bisher unbekanntem Ziel.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.108

1856-60 Franz Hinkens
Franz Hinkens wurde am 16.01.1826 in Flittard geboren und war von Beruf Dachdecker. Er war ein Ur-Ur-Enkel des Königs von 1710/11. Im Jahre 1853 heiratete er Elisabeth Wollersheim. Die Familie wohnte dort, wo heute das Haus Wiedenhofgasse 4 steht. Es handelte sich um das Elternhaus des Ehemannes. Am 24.10.1887 starb Franz Hinkens in einer Krankenanstalt in Bonn.
Zu den Nachkommen der Eheleute zählte u.a. der langjährige Stammheimer Schützenbruder Peter Grün.
Bei Franz Hinkens taucht im Übrigen erstmals der Begriff Königin auf einem Schild auf.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.109

1860-62 Heinrich Brenner
Er wurde am 06.01.1836 in Stammheim geboren. Auch er gehörte zu den Nachkommen des zweitältesten Schützenkönigs, Everhard Rheindorf. Von Beruf war er Weichensteller. Zeitlebens blieb er Junggeselle, wohnhaft in Stammheim. Am 15.08.1920 starb er.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.110

1862-64 Michael Harzheim
''Michael Hartzheim hat im Jahr 1862 den Vogel bei Brenner abgeschossen u. im Jahr 1864 den 21. August zu Stammheim aufgesetzt.''
Er wurde am 11.04.1826 in Stammheim geboren. Dort heiratete er 1852 Margaretha Immekeppel, mit der er Landwirtschaft betrieb. Von ihren 9 Kindern erreichten nur 2 das Erwachsenenalter. Auch Michael Harzheim, der am 26.07.1870 mit gerade einmal 44 Jahren in Stammheim verstarb, war ein Ur-Ur-Ur-Enkel des zweitältesten Schützenkönigs, Everhard Rheindorf.
Zu seinen Nachfahren zählt u.a. die gesamte Stammheimer Sippe Harzheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.111

1864-67 Andreas Schmitz
''A. Schmitz Ackerer u. Rhein Ufer Aufseher schoss den Vogel bei seinem Nachbar M. Hartzheim 1864 ab, u. richtete denselben 1867 den 18. Aug. wieder auf.''
Er wurde am 18.09.1823 in Stammheim geboren, wo er 1850 Elisabeth Immekeppel heiratete. Deren Vater war der König von 1833/34, und sie war eine Kusine der vorherigen Königin. Der Großvater von Andreas Schmitz war der König von 1787/88.
Nach der Geburt ihres neunten Kindes starb seine Frau 1863 im Kindbett. Ein Jahr später schoss er den Vogel ab. 1868, ein Jahr nach Ausrichtung seines Festes, heiratete er mit Sophia Birkenbusch seine zweite Frau. Diese Ehe blieb kinderlos.
Nach dem Tod seines Vaters erbte Andreas Schmitz das elterliche Haus, ließ es spätestens 1869 abreißen und ein neues Wohnhaus mitsamt Stall erbauen, und zwar an der Stelle, wo heute das Haus Stammheimer Hauptstraße 9 steht. Am 10.03.1897 starb er in Stammheim. Mit seiner ersten Frau hinterließ er zahlreiche Nachkommen, zu denen u.a. die Stammheimer Familie Förster (Bäcker) zählt, aber auch der frühere Kassierer der Flittarder Bruderschaft, Karl Zimmermann.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.112

1867-69 Anton Ludwig
Er wurde am 16.09.1844 in Flittard geboren. Sein Geld verdiente er als Tagelöhner und Eisenbahnarbeiter. Den Vogel schoss er noch als Junggeselle ab. Im April 1869 heiratete er Wilhelmine Richrath aus Niehl, mit der er nach Stammheim zog. 1876 kaufte er von Wilhelm Henk ein Grundstück an der Gisbertstraße, auf dem er später das Haus Gisbertstraße 113 erbaute, in dem er am 25.11.1904 verstarb.
Seine beiden einzigen Enkelinnen verkauften dieses Haus nach 1960. In Stammheim/Flittard leben heute keine Nachkommen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.113

1869-72 Theodor Immekeppel
''Theodor Immekeppel Schützenkönig 9. August 1869 bis 11. August 1872 u. Commandeur der Stammheimer Schützen Gesellschaft seit 1856''
Er wurde am 01.11.1830 in Stammheim geboren. Seine Schwester Margaretha war 1862-64 Königin. Der König von 1692/93 war sein Ur-Ur-Großvater. Seit 1862 war er mit Gertrud Paffrath verheiratet. Die beiden betrieben Landwirtschaft. Am 02.09.1875 verstarb Theodor Immekeppel im Alter von erst 44 Jahren in Stammheim, ohne Nachwuchs zu hinterlassen. Seine 10 Jahre jüngere Frau heiratete 2 Jahre später den aus Rheindorf stammenden Gastwirt Peter Förster, mit dem sie noch 6 Kinder bekam und so zu den Stammeltern der Gastwirts- und Bäckerdynastie Förster wurde.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.114

1872-74 Johann Mohr
''Der 70 jährige Jüngling Joh. Mohr schoss den Vogel ab d. 12. Aug. 1872 und richtete denselben auf den 16. August 1874.''
Sein Vater stammte aus Unkel, seine Mutter aus Oberzündorf. Sie zogen nach der Hochzeit nach Stammheim, wo Johann Mohr am 30.11.1803 als zweites von fünf Kindern geboren wurde. Er widmete sich der Landwirtschaft und blieb zeitlebens unverheiratet. Um 1843 kaufte er in der Stammheimer Hauptstraße (ca. heutige Nr. 7) ein Grundstück mitamt Haus, welches er um 1870 abreißen und neu bauen ließ. Am 27.11.1874 übertrug er dieses Haus mitsamt Pferdestall und Scheune per Alimentationsvertrag an den Wirt Peter Förster. Am 25.06.1884 starb Johann Mohr im Alter von 80 Jahren in Stammheim.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.115

1874-76 Gerhard Schmitz
''Gerhard Schmitz aus Flittard schoß am 16 Aug 1874 den Königsvogel ab und setzte ihn am 6 Aug 1876 wieder auf.''
Er wurde am 29.10.1842 in Wiesdorf geboren. Von dort stammte seine Mutter, während sein Vater ein Flittarder Junge war. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Flittard. Drei Monate nach seinem Königsschuss, nämlich im November 1874, heiratete er die aus Sieglar stammende Anna Gertrud Werner. 1877 übernahmen sie sein Elternhaus in der Flittarder Hauptstraße (heutige Nr. 103). Als die Ehefrau dort im Jahre 1918 starb, lebte Gerhard Schmitz noch.
Gerd Paffrath, der Flittarder König von 1964/65 war ein Ur-Enkel der Eheleute.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.116

1876-78 Anton Schmitz
''Anton Schmitz schoß 1876 zu Flittard in seinem 17. Jahre den Vogel ab und setzte ihn daselbst 1878 wieder auf.''
Geboren wurde er in der Flittarder Hauptstraße (heutige Nr. 75) am 03.02.1860, war also erst 16 Jahre alt, als er den Königsvogel abschoss. Wie sein Vater erlernte er das Schusterhandwerk. 1891 heiratete er Sophia Niesen aus Stammheim. Die Familie lebte fortan in Stammheim, und 1894/95 wurde Anton Schmitz dann König der Stammheimer Bruderschaft. Laut Grevens Adressbuch von 1915 wohnte der Schuhmachermeister Anton Schmitz in der Gisbertstraße 12. Er war Eigentümer.
Sein Enkel, der Metzgermeister Anton Schmitz, starb erst im November 2015 im Alter von 98 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.117

1878-81 Johann Paffrath
''Johann Paffrath Schützenkönig in Flittard von 1878 bis 1881''
Es kommen zwei Personen mit diesem Namen in Frage:
Johann Paffrath, geb. 10.06.1818 in Flittard, gest. 27.09.1890 in Flittard, verheiratet seit 1849 mit Anna Maria Wolf.
Johann Paffrath (Neffe des Erstgenannten), geb. 05.02.1842 in Flittard, gest. 29.01.1919 in Flittard, verheiratet seit 1875 mit Katharina Zimmer.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.118

1881-83 Peter Notzem
Er wurde am 25.09.1854 in der Hofstraße geboren. Auch er gehört zu den Nachfahren des zweitältesten Schützenkönigs, Everhard Rheindorf. 1878 heiratete er die ebenfalls aus Stammheim stammende Anna Gudula Schwarz. Sein Brot verdiente er zunächst als Tagelöhner, später als Fabrikarbeiter.
Laut Grevens Adressbuch von 1915 war er bereits pensioniert und wohnte in seinem Haus in der Hofstraße 22. Vor 1931 muss er verstorben sein, denn zu der Zeit bewohnte dieses Haus sein Sohn Otto mit Familie als Eigentümer.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.119

1883-85 Matthias Merheim
Er wurde am 06.01.1849 in Niehl geboren. 1870/71 nahm er am deutsch-französischen Krieg teil. Nachdem er sich zunächst als Tagelöhner verdingte, arbeitete er später als Fabrikarbeiter. 1873 heiratete er Anna Helene Zensen aus Flittard. Deren Ur-Ur-Großvater war der Schützenkönig von 1728/29.Sie bekamen in Flittard insgesamt 12 Kinder. Matthias Merheim starb am 29.11.1917 im Mülheimer Dreikönigen-Krankenhaus.

Stefan Fuhrmann, der Bundesschülerprinz von 1975, und sein Bruder Norbert, Schützenkönig 1989/90 und 1994/95, sind Ur-Ur-Enkel der beiden Eheleute.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.120

1885-87 Michael Klötsch
Schützenkönig 1885-87 und Stammheimer Schützenkönig 1912/13
Er wurde am 24.09.1845 in Flittard als Sohn des Königs von 1841-43 geboren. Von Beruf war er Weichensteller. 1874 heiratete er Gertrud Krauthäuser, mit der er kurz nach 1875 nach Stammheim zog. 1931 wird er noch als Eigentümer des Hauses Schlossstraße 31 aufgeführt. Er dürfte also nach 1931 verstorben sein.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.121

1887/88 Peter Henk
Er wurde am 06.03.1854 in Stammheim geboren. 1879 heiratete er Helene Kühbach. Zunächst war er als Seidenmacher tätig, später war er von Beruf Drahtzieher. Die Eheleute wohnten bis zum Lebensende in ihrem Haus in der Stammheimer Hauptstraße 49. Peter Henk starb am 02.03.1934.
Er war übrigens auch ein Nachfahre des zweitältesten Schützenkönigs Everhard Rheindorf.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.122

1888/89 Jakob Niesen
Er wurde am 10.01.1822 in Stammheim geboren. 1850 heiratete er Katharina Birkenbusch, mit der er 12 Kinder bekam. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1863 erbaute Jakob Niesen das heute noch stehende Haus Ecke Schlossstraße/Stammheimer Ring. Dort betrieben die Eheleute Landwirtschaft. 1900 feierten sie Goldene Hochzeit. Hochbetagt starb Jakob Niesen am 19.09.1909 im Alter von 87 Jahren.
Gottschalk Hansen, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Ur-Ur-Ur-Großvater.
Gerd Niesen, derzeitiger Kommandeur der Stammheimer Bruderschaft, und sein Bruder Hans-Peter, König von 2012/13, sind Ur-Ur-Enkel der Eheleute.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.123

1889/90 Peter Kissel
Er wurde am 17.07.1837 als Sohn des Königs von 1843-45 in Stammheim geboren. 1862 heiratete er Sibilla Körner. Die Eheleute wohnten in der Hofstraße 1 und hatten 8 Kinder. Dieses Haus erwarb er 1876 per Alimentationsvertrag von seiner Schwiegermutter. Nachdem er zunächst als Tagelöhner gearbeitet hatte, wird er spätestens ab 1875 als Zimmermeister bezeichnet. Am 21.8.1889 schoss er den Königsvogel ab. Gestorben ist er in seinem Haus am 16.01.1909.
Zu den Nachfahren der Eheleute gehören u.a. der Stammheimer Schützenbruder Markus Kissel, sowie der Flittarder Schützenbruder Dustin Thöne.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.124

1890/91 Johann Westenberg
Geboren am 6.5.1847 in Mülheim, heiratete er 1878 Margaretha Rosenthal aus Stammheim. Die Eheleute wohnten in der Hofstraße 63, 1. Etage, im Haus von Johann Abts. Sie bekamen 12 Kinder, von denen 7 bereits im Kindesalter starben. Von Beruf war er Fabrikarbeiter. Am 6.5.1916, also an seinem 69. Geburtstag, starb er in seiner Wohnung, Hofstraße 63. In seinem Totenzettel heißt es, dass er ''Mitkämpfer im Kriege 1870/71'' gewesen sei.
Johann Westenberg wird durch den 'Plückvogel' Schützenkönig. Er ist der letzte gemeinsame Schützenkönig von Stammheim und Flittard.

Im 1984 erschienen Buch ''Stammheim gestern, heute, morgen'' heißt es:
Peter Kissel in Stammheim war Schützenkönig und hatte den Königsvogel auf dem ''Kamp'' südlich von Stammheim aufgesetzt. Nach dem Schuß des Stammheimer Schützen Joh. Westenberg blieb nur noch ein kleiner Span oben hängen. Der Streit wurde deshalb hitzig geführt, weil die folgenden Schüsse Flittarder Schützen gehörten. Im Vorstand faßte man den Beschluß, die Rute herunterzulassen. Fand man dann den Span noch fest an der Rute, dann war der Königsvogel noch nicht ab und es sollte weitergeschossen werden. Hing der Span aber am Splint (einem Quernagel), dann war der Vogel ab und Joh. Westenberg Schützenkönig. Die Rute war aber noch nicht ganz unten, da sprang ein Stammheimer Vorstandsmitglied herzu und riß den Span ab. Wo er festgehangen hatte, war nicht mehr festzustellen. Der Königsvogel war ab und die Königswürde blieb in Stammheim. Die Trennung geschah in freundschaftlicher Weise und von da ab gibt es eine Schützenbruderschaft in Flittard und eine in Stammheim.
Heinrich Winand war das Stammheimer Vorstandsmitglied, welches den Span abgerissen hatte.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.125

1891/92 Franz Wolter
Er wurde am 12.10.1862 in Rheindorf geboren und heiratete 1888 in Flittard Sibilla Esser. Von Beruf war er Fabrikarbeiter bei der Firma Bayer. Am 30.04.1898 starb er bereits im Alter von erst 35 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.127

1892/93 Heinrich Müller
Geboren am 07.02.1862 in Hücheln/Siegkreis, heiratete er 1887 in Flittard Sophia Antweiler. Heinrich Müller erlernte das Bäckerhandwerk und betrieb wohl spätestens seit 1902 die Bäckerei in der Flittarder Hauptstraße 101. Der Bäckermeister Heinrich Müller starb am 07.12.1911 in seinem Haus. Er wurde nur 49 Jahre alt. Sein Sohn Anton und später sein gleichnamiger Enkel, auch ''Toni'' Müller genannt, führten die Bäckerei weiter.
Zu seinen Nachfahren gehören aber auch die Mitglieder der Familie Grams.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.128

1893/94 Wilhelm Muhr
Er wurde am 17.05.1860 in Flittard geboren. Wie sein Vater erlernte er zunächst das Schusterhandwerk. 1889 heiratete er in Flittard Elisabeth Roggendorf. Nach deren frühem Tod im Jahre 1900 heiratete er 1908 deren jüngere Schwester Christina. Laut Grevens Adressbuch wohnten die Eheleute 1915 in ihrem Haus in der Flittarder Hauptstraße 96, wo Wilhelm Muhr inzwischen eine Postagentur betrieb. Dort starb er am 22.12.1929.
Gottschalk Hansen, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Ur-Ur-Ur-Großvater.
Sohn Peter und Enkel Willi Muhr betrieben später die Bäckerei in der Evergerstraße 2. Auch Familie Werner, Hubertusstraße, gehört zu seinen Nachkommen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.129

1894/95 Theodor Paffrath
Er wurde am 27.06.1866 in Flittard geboren. Wo und wann er seine nicht aus Flittard stammende Ehefrau, Margaretha Königs, heiratete, ist nicht bekannt.
Bereits 1893 wurde jedenfalls eine Tochter geboren. Kurz nach 1897 hat die Familie Flittard vermutlich verlassen. Über ihren weiteren Verbleib ist derzeit nichts bekannt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.130

1895/96 Peter Zimmer
Schützenkönig 1895/96 und 1903/04
Geboren am 13.01.1849 in Flittard heiratete er 1876 die ebenfalls aus Flittard stammende Barbara Paffrath, mit der er 6 Kinder bekam. Zunächst betrieb er Landwirtschaft, später war er jedoch bei der Bahn beschäftigt. Die Eheleute wohnten in ihrem Haus in der Flittarder Hauptstraße 69. Von 1893 bis zu seinem Tod am 17.06.1911 war er Kommandant der Flittarder Bruderschaft.
Er war ein Ur-Ur-Enkel des Königs von 1732/33.
Zu den Nachfahren des Königspaars zählen u.a. unser Vereinswirt Hans Peter Zimmer, sowie der Schützenkönig von 1958/59 und 1967/68, Willi Schorn, der auch ca. 30 Jahre lang 1. Vorsitzender des TV Flittard war.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.131

1896/97 Peter Roggendorf
Viele Flittarder Bürger fahren beinahe täglich über die Roggendorfstraße. Über all den Alltagssorgen kommt man in der Regel nicht dazu, über den Namensgeber dieser Straße, die bis 1951 Gevelsberger Straße hieß, nachzudenken.

Im Internet fand ich einen Artikel aus dem Stadtanzeiger vom 28. Mai 1930, der an einen der bedeutendsten Flittarder Bürger der Neuzeit erinnert. Ihn gebe ich hier im Wortlaut wieder:

Peter Roggendorf, Flittard, 70 Jahre

Am morgigen Himmelfahrtstage tritt Herr Peter Roggendorf in Flittard, ein alter Kölner Bürger, der nicht nur in seinem Heimatsort, wo die Familie Roggendorf über 300 Jahre ansässig ist, sondern auch in Merheim, Mülheim und später in Köln als Gemeindeverordneter, Kreistagsmitglied und Stadtverordneter eine ersprießliche und eine allgemein anerkannte öffentliche Tätigkeit entfaltet hat, in das biblische Alter ein. Der alte Herr erfreut sich noch einer ausgezeichneten körperlichen und geistigen Rüstigkeit, so dass seine Mitbürger hoffen dürfen, ihn noch lange Jahre unter sich tätig zu sehen.
Peter Roggendorf ist am 29.Mai 1860 in Flittard geboren. In den Jahren 1871 bis 1877 besuchte er die Höhere Schule in Mülheim, die dieses Jahr die Feier ihres hundertjährigen Bestehens begeht. Am 1. Oktober 1878 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das Feld-Art.-Regt. Nr. 23 in Köln ein. Seine öffentliche Tätigkeit begann damit, dass er am 1. Januar 1894 Gemeindeverordneter von Merheim rrh. wurde. 1897 wurde er Mitglied des Kreistags Mülheim und 1906 Beigeordneter von Mülheim. Bei der Eingemeindung Mülheims nach Köln im Jahre 1914 wurde er Kölner Stadtverordneter. Er hat dieses Amt als Mitglied der Zentrumsfraktion bis zum Jahre 1924, wo er auf eine Wiederwahl verzichtete, innegehabt und getreulich durchgeführt; aber auch nach seinem Rücktritt blieb er bis zum Ende des vorigen Jahres in vier Ausschüssen der Kölner Stadtverordnetenversammlung, in denen seine Fachkenntnis besonders geschätzt wurde, in alter Weise tätig. Außerdem war Herr Roggendorf über 35 Jahre lang Schiedsmann und 15 Jahre lang Deichhauptmann. In seiner engern Heimat war er 53 Jahre lang Mitglied und Ehrenvorstandsmitglied der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, und 26 Jahre lang ist er Ehrenvorsitzender der Kameradschaftlichen Kriegervereinigung gewesen. Schon diese nicht erschöpfende Aufzeichnung der Ehrenämter, denen er sich stets mit Lust und Liebe gewidmet hat, gibt ein Bild von seiner regen Tätigkeit im öffentlichen Leben. In der Kölner Stadtverordnetenversammlung erfreute sich Herr Roggendorf wegen seines entgegenkommenden Wesens in allen Parteien großer Beliebtheit. Wir sind gewiß, dass sich unsern herzlichen Glückwünschen noch viele, viele andre am morgigen 70. Geburtstag anschließen werden.

Der Verfasser kann zu Peter Roggendorf noch Folgendes ergänzen:
Seine Eltern waren der Bäcker und Landwirt Johann Roggendorf und dessen Ehefrau Katharina Miltz. Michael Miltz, sein Großvater, war 1818/19 Schützenkönig. Mit seiner jüngeren Schwester Christine stellte Peter Roggendorf 1896/97 das Schützenkönigspaar der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Flittard. Ebenfalls war er langjähriger 2. Vorsitzender des Kirchenvorstandes an St. Hubertus. Desweiteren wurde ihm der Titel ''Ritter vom Heiligen Grabe'' verliehen. Außerdem war er Inhaber des päpstlichen Silvesterordens. Peter Roggendorf war seit 1899 mit Gertrud Klein aus Hetzenholz bei Much verheiratet. Ihre Ehe blieb kinderlos. ''Der Gries'', wie er im Flittarder Volksmund hieß, starb am 13.08.1948 im Alter von 88 Jahren in dem von ihm erbauten Haus in der Flittarder Hauptstraße 48.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.132

1897/98 Peter Schlimgen
Er wurde am 31.12.1831 in Flittard geboren. Sein Ur-Ur-Großvater war Schützenkönig von 1726- 28. Im Jahre 1856 heiratete er die aus Eil stammende Anna Maria Wolf, mit der er 8 Kinder bekam. Den größten Teil seines Lebens verdiente er seinen Lebensunterhalt als Bahnarbeiter. 1861 kaufte er von dem in Stammheim wohnenden Johann Burrekoven dessen Haus in der Wiedenhofgasse 11. Dort starb er am 12.12.1916 im Alter von fast 85 Jahren.
Stefan Fuhrmann, der Bundesschülerprinz von 1975, und sein Bruder Norbert, Schützenkönig 1989/90 und 1994/95, sind Ur-Ur-Enkel dieses Königspaares. Sie lebten in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in diesem Fachwerkhaus in der Wiedenhofgasse 11.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.133

1898/99 Mathias Brascheid
Er wurde am 09.10.1857 in Frechen geboren. 1884 heiratete er Elisabeth Müller aus Flittard. Mit ihr bekam er 13 Kinder, von denen 5 im Kindesalter starben.
Mathias Brascheid war bei Bayer als Fabrikarbeiter beschäftigt. 1915 wohnten die Eheleute in ihrem Haus in der Bottstraße 14. 1931 war Mathias Brascheid bereits verstorben. Seine Witwe wohnte noch in diesem Haus, allerdings lautete die Adresse mittlerweile Alradstraße 14. Zu den Nachfahren der Eheleute gehört u.a. die Familie Pützkaul.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.134

1899/1900 Wilhelm Müller
Schützenkönig 1899/1900 und 1932/33
Sohn des Königs von 1905/06
Geboren am 31.05.1869 in Flittard stammte er aus altem Flittarder Geschlecht. So war er u.a. auch ein Nachkomme des zweitältesten bekannten Schützenkönigs, Everhard Rheindorf. Sein erstes Königsjahr absolvierte er mit seiner Mutter, Gertrud Müller, geborene Atzlenbach. Erst 1921, also mit 51 Jahren, heiratete er seine 18 Jahre jüngere Großkusine, Christine Fuchs, ebenfalls eine Ur-Flittarderin. Wilhelm Müller erbte von seinen Eltern das Haus in der Flittarder Hauptstraße 86, wo er Landwirtschaft betrieb. Seine Tochter Christine war mit unserem langjährigen Schützenbruder Edmund Klug verheiratet. Sie erzählte, dass ihr Vater bei der Getreideernte zu kaltes Wasser getrunken habe und sich dabei wohl eine Lungenentzündung zugezogen hatte; ''galoppierende Schwindsucht'' nannte man das damals. Am 24.07.1936 starb Wilhelm Müller an deren Folgen.
Sein Neffe, Josef Müller, war von 1959 bis 1975 Erster Brudermeister unserer Schützenbruderschaft. Dessen Nachfolger als Brudermeister wurde Peter Schmitz, der im Haus Flittarder Hauptstraße 86 den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. Da die Witwe Müller sich nicht in der Lage sah, die Landwirtschaft alleine weiterzuführen, verpachtete sie den Hof 1938 an Peter Schmitz senior, im Volksmund ''D'r neue Buur'' genannt. Um 1955 erwarb Karl Zimmermann Haus und Hof, ließ alles abreißen und das heute noch stehende Gebäude errichten.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.135

1900/01 Johann Krumbach sen.
Er wurde am 23.11.1834 in Flittard geboren. Sein Brot verdiente er als Tagelöhner. 1868
heiratete er Helene Nagelschmidt, mit der er 4 Kinder bekam, von denen 2 früh starben. Bereits 1877 starb auch seine Frau. Noch im gleichen Jahr heiratete er in 2. Ehe Wilhelmine Kamp. Diese Ehe blieb kinderlos.
1915 wohnte er im Haus seines Sohnes, des Kleinbahnschaffners Johann Krumbach, in der Paulinenhofstraße 78. Am 29.03.1916 starb er im Alter von 81 Jahren im Herz-Jesu-Stift.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.136

1901/02 Heinrich Hochwald
Seine Herkunft ist (noch) nicht geklärt. Seine Ehefrau und Schützenkönigin, Elisabeth Hochwald, geb. Esser, wurde 1870 in Stammheim geboren. Er dürfte in etwa im gleichen Alter gewesen sein. Beschäftigt war er als Schlosser bei der Firma Bayer. Die beiden heirateten 1894 und bekamen 9 Kinder. Die Eheleute wohnten in ihrem Haus in der Flittarder Hauptstraße 17.
1944 feierten sie Goldhochzeit. Als seine Frau am 08.06.1946 starb, lebte Heinrich Hochwald noch.
Erwin Wetzstein ist ein Ur-Enkel dieses Königspaares.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.137

1902/03 Engelbert Weber
Geboren am 3.12.1873 in Flittard, heiratete er 1899 Anna Maria Paffrath aus Stammheim, mit der er 9 Kinder bekam. Die ersten Jahre seines Berufslebens arbeitete er als Weichensteller. Am Ende seiner Karriere hatte er sich bis zum Stationsvorsteher der Bayerbahn am Bahnhof Stammheim hochgearbeitet. Im Stammheimer Bahnhofsgebäude (Adresse: Militär-Ringstraße 2) wohnte die Familie dann auch. Engelbert Weber starb am 05.05.1957 im Alter von 83 Jahren in Stammheim. Zeitgenossen berichteten, dass er über einen sehr lustigen, humorvollen Charakter verfügt habe.
Der Schützenkönig von 1732/33 war sein Vorfahre.
Zahlreiche Nachkommen leben heute noch in Stammheim und Flittard, u.a. sein Ur-Enkel Andre Opladen, derzeit Jungschützenmeister der Stammheimer Bruderschaft.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.138

1903/04 Peter Zimmer
Schützenkönig 1895/96 und 1903/04
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1895/96.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.139

1904/05 Wilhelm Esser
Er wurde am 23.03.1865 in Flittard geboren. Von Beruf war er Fabrikarbeiter. Vermutlich um 1895 heiratete er Elisabeth Schiefer. Kurz vor 1915 bauten die Eheleute sich das Haus Kirchstraße 84 (heute Pützlachstraße 84). Laut Grevens Adressbuch von 1931 war Elisabeth Schiefer bereits verwitwet.
Gottschalk Hansen, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Vorfahre.
Milli Hoffmann geb. Altenbach, die Witwe des langjährigen Präsidenten der Flittarder KG, Rudolf Hoffmann, ist eine Enkelin dieses Königspaares.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.140

1905/06 Johann Müller
Er wurde am 21.12.1832 in Flittard geboren, war also bei seinem Königsschuss bereits 72 Jahre alt! Zur Unterscheidung von den anderen Flittardern und Stammheimern, die den gleichen Vor- und Nachnamen trugen, wurde ihm im Volksmund der Beiname ''Sante'' gegeben, nach dem Mädchennamen seiner Mutter, Catharina geb. Santen. 1859 heiratete er die ebenfalls aus Flittard stammende Gertrud Atzlenbach, mit der er 8 Kinder bekam. Um 1869 erbauten sie das Haus Flittarder Hauptstraße 97. Die Eheleute betrieben Landwirtschaft, vermutlich allerdings von dem gegenüber liegenden Hof (Hauptstraße 86) aus. Nachdem Gertrud Atzlenbach im Jahr 1899/1900 bereits mit ihrem Sohn Wilhelm ein Königsjahr absolviert hatte, gelang es 1905 auch ihrem Mann, König zu werden. Obwohl sie auch schon 67 Jahre alt war, wurde sie selbstverständlich zum zweiten Mal zur Königin gekürt.
Am 17.12.1907, also nur eineinhalb Jahre nachdem er sein Königsamt an seinen Nachfolger abgetreten hatte, starb Johann Müller, 4 Tage vor seinem 75. Geburtstag.
Der Schützenkönig von 1726-28 war sein Ur-Ur-Großvater.
Zahlreiche Nachkommen des Königspaares leben heute in Flittard und Stammheim.
Heinrich Fischer, Flittarder Kommandant von 1959-63, und Josef Müller, Erster Brudermeister von 1959-75, waren Enkel des Königspaares.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.141

1906/07 Wilhelm Stein
Er wurde am 28.02.1856 in Flittard geboren. Beruflich war er bei der Bahn als Weichensteller beschäftigt. 1881 heiratete er die Nachbarstochter Christina Bläser, die ebenfalls aus der Witschgasse (heute Rosellstraße) stammte. Mit ihr bekam er 7 Kinder, von denen 4 bereits im Kindesalter starben. Kurz nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1902 heiratete Sohn Johann. Dessen Frau, seine Schwiegertochter Gertrud Klein, wählte er zur Königin. Diese starb am 20.06.1945, während das Sterbedatum von Wilhelm Stein (derzeit) nicht bekannt ist. 1915 lebte er als Rentner in seinem Haus Kirchstraße (heute Pützlachstraße) 38.
Gottschalk Hansen, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Vorfahre.
Willi Stein, der langjährige Kassierer der Flittarder Bruderschaft, war sein Ur-Enkel.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.142

1907/08 Heinrich Müller jun.
Heinrich Müller junior wurde am 17.05.1880 in Flittard geboren. Seine Eltern waren Heinrich Müller und Katharina Schmitz. Da er 1907 noch unverheiratet war, absolvierte er das Königsjahr mit seiner Mutter als Königin. Von Beruf war er Fabrikarbeiter. Um 1909 heiratete er die vermutlich aus Niehl stammende Maria Klara Müller. Die Familie wohnte in der Rosellstraße 17, dem Elternhaus des Königs.
Heinrich Müller war ein Nachfahre des Königs von 1692/93.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.143

1908/09 Engelbert Fuchs
Er wurde am 29.07.1889 in Flittard geboren. Sein Elternhaus stand in der Hauptstraße und trug die Nummer 63. Es handelte sich um ein Fachwerkhaus, welches mit der Giebelseite zur Straße stand. Um 1930 erwarb der Metzger Josef Orth dieses Haus, ließ es abreißen und das heute stehende Haus errichten. Als Engelbert Fuchs König wurde, war er von Beruf Fabrikschlosser. Da auch er noch unverheiratet war, nahm er seine Schwester Christine zur Königin. Diese wurde 1932/33 nochmals Königin, als nämlich ihr Mann den Vogel abschoss. Am 11.11.1922 heiratete Engelbert Fuchs die aus Hachenberg bei Kürten stammende Katharina Althoff. Nach der Hochzeit zogen die Eheleute nach Wiesdorf in die Schulstraße. Die Ehe blieb kinderlos. Engelbert Fuchs arbeitete inzwischen als Polizei-Hauptwachtmeister. 1958 lebte er noch.
Anton Rott vorm Wald, der Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Vorfahre.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.144

1909/10 Mathias Weiden
Er wurde am 05.01.1866 im heute noch stehenden Fachwerkhaus Flittarder Hauptstraße 7 geboren. Mathias Weiden wohnte zeitlebens unverheiratet in seinem Elternhaus. Von Beruf war er Weichensteller. Elisabeth Sommer, die Tochter seiner früh verstorbenen Stiefschwester, wohnte mit ihrer Familie ebenfalls im Haus. Mathias Weiden wählte sie zur Königin. Das Fachwerkhaus trägt bei den älteren Flittardern den Namen ''Sommers Hüsje''. 1931 lebte Mathias Weiden noch. Gottschalk Hansen, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Vorfahre.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.145

1910/11 Mathias Decker
Er wurde am 16.04.1881 in Flittard als uneheliches Kind geboren. Seine Mutter war 2 Jahre zuvor im Alter von 34 Jahren Witwe geworden und stand mit 5 kleinen Kindern praktisch vor dem Nichts. Als 1897 eine Tochter im Alter von 20 Jahren starb, gab die Mutter in deren Sterbeurkunde an, dass sie sich mit Tagelöhnerarbeiten ihren Lebensunterhalt verdiente. Sohn Mathias erlernte zwischenzeitlich das Maurerhandwerk, wurde Geselle und trug so zum Haushaltseinkommen bei.
Als er 1910 den Königsvogel abschoss, wählte er seine Stiefschwester Gertrud Stein geb. Nolden zur Königin. Deren Mann Heinrich war der Stiefbruder des Königs von 1906/07.
Zum Leidwesen aller starb der Schützenkönig Mathias Decker am 11.06.1911 kurz vor der Ausrichtung seines Festes im Alter von 30 Jahren in Flittard. Sein Sterbedatum ist auch auf seinem Königsschild eingraviert.
Damit starb zum zweiten Mal in der Geschichte der Bruderschaft ein König im Verlauf seines Königsjahres (s. 1701 Peter Knott).

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.146

1911/12 Wilhelm Schlimgen
Er wurde am 11.02.1864 in der Wiedenhofgasse 11 als Sohn des Schützenkönigs von 1897/98 geboren. Kurz vor 1890 heiratete er die aus Rheinkassel stammende Margaretha Knieper, mit der er 5 Kinder bekam. Beschäftigt war er bei der Kleinbahn der Farbenfabriken Bayer. 1918, beim Tod seiner Ehefrau, wohnten sie immer noch in der Wiedenhofgasse 11. Nachdem er 1919 ein zweites Mal geheiratet hatte, zog er in die Hubertusstraße 12. Dort starb er am 23.12.1942 an einem Gehirnschlag.
Margarete Kuret, geb. Klein, Schützenkönigin von 1950/51, war eine Enkelin dieses Königspaares.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.147

1912/13 Stephan Zimmermann
Schützenkönig 1912/13, 1927/28 u. 1934/35
Er wurde am 25.09.1882 in Flittard geboren, wo er 1906 die ebenfalls aus Flittard stammende Margarete Müller heiratete.
Zusammen mit seinem Vater übte er als letzter seiner Art in Flittard den althergebrachten Beruf des Rheinfischers aus. Das ging zumindest bis 1916 noch gut. Recht bald zeichnete sich jedoch ab, dass dies nur noch als Nebenerwerb dienen konnte. So betrieben sie im übrigen auch eine Fischräucherei. Dennoch verdiente er sein Geld hauptberuflich als Maschinist im Wasserwerk der Farbenfabriken Bayer. 1915 wohnte er mit seiner Familie im eigenen Haus in der Flittarder Hauptstraße 12, welches heute noch steht. Am 07.06.1968 starb er dort im Alter von 85 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.148

1913/14 Anton Paffrath
Er wurde am 19.10.1887 im Haus Flittarder Hauptstraße 67 geboren, welches sein Vater um 1877 erbaut hatte, und welches heute noch steht - wenn auch baulich etwas verändert. Am 06.09.1913, also nach seinem Königsschuss, heiratete er Maria Schmitz aus Bürrig, die dann aber für den Rest der Amtszeit als Königin fungierte und als solche auch auf dem Königsschild erscheint. Nach dem Tod der Mutter erbte Anton Paffrath sein Elternhaus. Die Eheleute bekamen 6 Söhne, von denen einer unser langjähriger Kommandant, Theo Paffrath, war.
Wie sein Vater Anton, der am 01.01.1941 starb, gehörte auch Theo Paffrath zu den Nachkommen des zweitältesten Schützenkönigs, Everhard Rheindorf.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.149

1914-21 Peter Niesen jun.
Er wurde am 06.04.1895 in Mülheim geboren. Von Beruf war er kaufm. Angestellter.

Im Alter von 19 Jahren wurde er Schützenkönig. Da er noch nicht verheiratet war, wurde seine Mutter Wilhelmine Niesen, geb. Ludwig Schützenkönigin

Wegen des 1. Weltkrieges konnte erst nach 7 Jahren wieder Schützenfest gefeiert werden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.150

1921/22 Gustav Niesen
Er war vermutlich gebürtig aus Fettehenne. 1915 war er Eigentümer des Hauses Flittarder Hauptstraße 87, wo er auch 1931 noch wohnte. Von Beruf war er Dreher. Ob die auf seinem Königsschild genannte Königin, Christine Niesen, seine Frau oder seine Schwester war, ist (noch) nicht bekannt.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.151

1922/23 Michael Paffrath
Er wurde am 03.01.1902 in Flittard geboren. Zum Zeitpunkt des Königsschusses war er Student und wohnte im Elternhaus, Flittarder Hauptstraße 89, d. h. er war unmittelbarer Nachbar des vorherigen Königs. Zur Königin wählte er seine ebenfalls noch unverheiratete Schwester Maria, die im gleichen Haushalt lebte. Spätestens 1929 hatte er sein Studium beendet und war als Lehrer tätig. 1937 heiratete er Elisabeth Müller aus Mülheim. Die Eheleute lebten mit ihren 4 Kindern in Pesch, wo Michael Paffrath bis zu seinem frühen Tod am 15.12.1956 als Lehrer wirkte. Anton Rott vorm Wald, der Anfang des 18. Jahrhunderts dreimal König war, war sein Vorfahre. Königin Maria ist übrigens die Großmutter unseres 2. Brudermeisters, Bruno Odenthal.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.152

1923/24 Karl Groß
Er wurde am 14.06.1880 in Wiesdorf geboren. Spätestens 1883 zog sein Vater mit Frau und Kindern in eines der Bahnwärterhäuschen auf Flittarder Gebiet, die es damals an der Bahnlinie jenseits der heutigen B 8 gab. 1906 heiratete er in Flittard die aus der Rosellstraße stammende Adelheid (auch Helene genannt) Müller. Wie sein Vater, so war auch Karl Groß von Beruf Bahnwärter. Er wohnte 1950 als Rentner in der Rosellstraße 7. Dort wohnte auch sein Sohn bzw. Stiefsohn, Christian Groß, der ebenfalls Schützenkönig wurde(1957/58). Am 07.01.1955 starb der Reichsbahnoberbahnwärter außer Diensten, Karl Groß, im Mülheimer Dreikönigen-Krankenhaus im Alter von 84 Jahren an Herzversagen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.153

1924/25 Peter Schenkel
Er wurde am 29.12.1867 in Merkenich geboren. 1893 heiratete er Gertrud Eidmann aus Flittard. Peter Schenkel arbeitete als Rottenarbeiter bei der Bahn. Die Familie (2 Söhne) wohnte in ihrem Haus in der Flittarder Hauptstraße 28. Ihnen gehörte auch das dahinterliegende Haus mit der Nr. 30. Beide Söhne wurden Lehrer. Der eine wohnte später in Stammheim, der andere in Brück. Peter Schenkel starb am 27.01.1942 im Mülheimer Dreikönigen-Krankenhaus.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.154

1925/26 Josef Neuen
Er wurde am 01.07.1898 in Flittard als mittleres von 9 Kindern im damals noch stehenden Fachwerkhaus Flittarder Hauptstraße 73 geboren. Sein Vater stammte aus Rommerskirchen und hatte 1893 nach Flittard geheiratet (Elisabeth Schmitz). Josef Neuen, von Beruf Oberweichenwärter, blieb zeitlebens unverheiratet. Zur Königin wählte er seine älteste Schwester Katharina (''Neuens Tringche''), die mit Peter Klein verheiratet war und genau gegenüber im Haus Flittarder Hauptstraße 66 wohnte.
Am 09.05.1950 starb Josef Neuen in seinem Haus an einer Herzkrankheit. 1955 ließ dessen Schwägerin, Ferdinande Neuen, geb. Schulte, das Fachwerkhaus abreißen und errichtete mit ihrer Schwester Franziska Schmitz, geb. Schulte, und deren Mann, Peter Schmitz, das heutige Wohnhaus mitsamt Hofgebäuden Flittarder Hauptstraße 71-73. Seitdem sind aus diesem Haus 3 weitere Könige hervorgegangen.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.155

1926/27 Stanislaus Schiller
Geboren am 14.11.1881 in Dratzig (heutiges Drawsko/Polen) heiratete er 1906 die aus der Alradstraße 21 stammende Margaretha Müller, mit der er 6 Kinder bekam. Stanislaus Schiller war bei den Farbenfabriken Bayer als Vorabeiter am Verladekai beschäftigt. Ihm gehörte das Haus Leverkusener Straße 11, wo er bis zu seinem Tod mit seiner Familie lebte. Er starb am 04.07.1956 im Mülheimer Dreikönigen-Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls.
Unser Schützenbruder Marcel Kühle ist ein Ur-Enkel dieses Königspaares.

Foto von 1927: Der Vorstand mit Königspaar Stanislaus und Margaretha Schiller.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.156

1927/28 Stephan Zimmermann
Schützenkönig 1912/13, 1927/28 u. 1934/35
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1912/13.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.157

1928/29 Andreas Jäkle
Geboren am 18.09.1906 in Flittard als Sohn der Eheleute Georg Jäkle und Maria Magdalena Eifeler, verlor er sehr früh den Vater. Dieser fiel am 02.09.1916 in der Schlacht an der Somme. Vater Georg Jäkle gehörte das Haus Flittarder Hauptstraße 75, wo er eine Metzgerei betrieb. 1920 heiratete seine Witwe Maria Magdalena dann den aus Odenthal stammenden Wilhelm Heuser, der fortan die Metzgerei weiterführte.
Wie auf dem Königsschild zu lesen ist, wählte Andreas Jäkle seine Mutter, Maria Magdalena Heuser, verwitwete Jäkle, zur Königin.
Andreas Jäkle erlernte ebenfalls das Metzgerhandwerk, heiratete 1936, und betrieb später in der Evergerstraße 22 seine eigene Metzgerei. Er starb am 29.09.1987, kurz nach seinem 81. Geburtstag.
Unser Schützenbruder Stefan Jäkle ist sein Enkel und Ur-Enkel der Königin. Königin Maria Magdalena hat einen weiteren Enkel: Unser Vorstandsmitglied Willi Heuser, König von 2007/08.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.158

1929/30 Johann Niesen
Er wurde am 16.01.1894 in Flittard als erstes Kind des Königspaares von 1914-21 geboren. Kurz vor 1923 heiratete er Christine Krämer. Mit seiner Familie lebte er im Elternhaus in der Leverkusener Straße 21. Dort betrieb Johann Niesen ein Baugeschäft. Zur Unterscheidung von anderen Trägern des gleichen Nachnamens erhielten die Familienmitglieder den Beinamen ''Kippe''. Sowohl er als auch sein Sohn Hans, der zweimal die Königswürde errang (1952/53 und 1965/66), wurden ''Kippe Hennes'' genannt. Johann Niesen starb am 15.10.1977 im Alter von 83 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.159

1930/31 Anton Nonn
Geboren am 04.12.1884 in Waldorf bei Bornheim, kam er mit seiner Frau, Gertrud Beilebens, wohl kurz vor 1915 nach Flittard, wo er zunächst bei der Kleinbahn der Farbenfabriken Bayer beschäftigt war. Im Grevens Adressbuch von 1915 heißt es, dass der Zugführer Anton Nonn in der Kirchstraße (heutige Pützlachstraße) 33 wohnte. 1924 eröffnete er in dem neu erbauten Haus Pützlachstraße 15 ein Geschäft für Haushaltswaren, welches heute noch von Enkelin und Ur-Enkel weitergeführt wird. Anton Nonn starb 1977 hochbetagt im Alter von 93 Jahren.

Seine Enkelin Dietlind Gilberg war 2005 Heukönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.160

1931/32 Franz Schmitz
Er wurde am 28.08.1858 in Flittard geboren und arbeitete als Rottenführer bei der Bahn.
Vermutlich kurz vor 1890 heiratete er Katharina Pilgram, mit der er 5 Kinder bekam. Die Familie wohnte in ihrem Haus Flittarder Hauptstraße 58.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.161

1932/33 Wilhelm Müller
Schützenkönig 1899/1900 und 1932/33
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1899/1900.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.162

1933/34 Johann Kühle
Er wurde am 04.08.1891 in Flittard geboren. Sein Elternhaus steht heute noch in der Alradstraße 11. Von Beruf war er Lokomotivführer. 1919 heiratete er die ebenfalls aus Flittard stammende Elisabeth Miltz. Die Eheleute wohnten im Elternhaus der Ehefrau, Paulinenhofstraße 63, wo sie 2 Kinder bekamen. Nachdem seine Frau bereits 1938, im Alter von erst 47 Jahren, an Krebs gestorben war, heiratete er 1940 ein zweites Mal und zog nach Köln-Vingst in die Hesshofstraße 10. Dort starb er 1975.
2018 besuchte sein Enkel, Klaus Adelt, unser Schützenfest. Er war von 1990 bis 2013 Bürgermeister im oberfränkischen Selbitz und gehört seit 2013 als Abgeordneter dem Bayerischen Landtag an.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.163

1934/35 Stephan Zimmermann
Schützenkönig 1912/13, 1927/28 u. 1934/35
Informationen zu ihm siehe Königsjahr von 1912/13
Mit ihm hatte unsere Bruderschaft nach 128 Jahren mal wieder einen Kaiser!

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.164

1935/36 Fritz Zimmermann
Er wurde am 20.03.1881 in Stammheim geboren und war eineinhalb Jahre älter als sein Bruder Stephan, der ein Jahr zuvor die Kaiserwürde errang. Fritz Zimmermann war Elektriker und heiratete 1912 Elisabeth Franziska Hammerschmidt aus Hörde (bei Dortmund). Die Eheleute wohnten in der Rosellstraße 6, wo auch heute noch ihre Nachkommen leben. Weil am Montag zu schlechtes Wetter war, wurde das Königsvogelschießen auf den darauffolgenden Samstag verlegt.
Leider hat Fritz Zimmermann unserem Silberschatz nie ein Königsschild hinzugefügt!

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.165

1936/37 Josef Wiertz
Geboren am 11.1.1888 in Flittard, heiratete er 1910 Anna Maria Baum aus Mülheim. Sein Elternhaus stand in der Flittarder Hauptstraße 59. Laut Grevens Adressbuch von 1931 wohnte der Fabrikarbeiter Josef Wirtz im Flittarder Deichweg 8. Er war der Eigentümer. Es ist erstaunlich, dass er seinen Nachnamen auf dem Königsschild mit ''ie'' schreiben lässt, also so, wie er im Volksmund ausgesprochen wurde. Die amtliche Schreibweise seines Nachnamens lautete zumindest bis 1931 - wie schon bei seinen Vorfahren - eindeutig ''Wirtz''. Seine Schwester Gertrud, verh. Evertz, im Volksmund ''Wiertz Traud'' wurde 1954 Heukönigin. Josef Wiertz starb am 12.04.1967 im Mülheimer Dreikönigen-Krankenhaus.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.166

1937/38 Josef Orth
Er wurde am 27.12.1894 in Stammheim geboren und war ein Ur-Ur-Enkel des Königs von 1776-78 und 1785/86.
1920 heiratete er in Wiesdorf Maria Schlenter. Die Eheleute betrieben in der Flittarder Hauptstraße 61 eine Metzgerei. Josef Orth starb am 24.05.1969.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.167

1938/39 Peter Becker jun.
Er wurde am 12.03.1902 in Flittard geboren. Das Haus Paulinenhofstraße 55 war sein Elternhaus. Dort betrieb sein Vater, Peter Becker senior, einen Frisiersalon. Mit seiner Ehefrau, Gertrud Müller, stellte Peter Becker junior das Königspaar 1938/39. Laut Grevens Adressbuch von 1960 wohnte der Schreiber Peter Becker noch in der Pützlachstraße 55. Später zogen die Eheleute in das neue Haus Pützlachstraße 53. Am 30.08.1974 starb Peter Becker junior in Weilburg an der Lahn. Lange Jahre war er der Fahnenträger der Bruderschaft. Peter Becker junior war ein Enkel des Schützenkönigs von 1895/96 und 1903/04.
Seine Tochter, Elisabeth Willuhn, war viele Jahre Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft in Flittard.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.168

1939-49 Peter Probst
Er wurde am 18.02.1892 in Dieblich/Mosel geboren. 1920 heiratete er Gertrud Knöttgen aus Flittard. Von Beruf war er Installateur. Die Eheleute wohnten zunächst im Elternhaus der Ehefrau, in der Leverkusener Straße 1, später nebean in der Leverkusener Straße 3, wo Peter Probst eine Klempnerei betrieb.
Wegen des 2. Weltkriegs konnte erst nach 10 Jahren wieder Schützenfest gefeiert werden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.169

1949/50 Hans Paas
Er wurde am 24.04.1895 in Stammheim geboren. 1921 heiratete er in Flittard Maria Esser, deren Onkel der König von 1904/05 war. Die Eheleute wohnten jahrzehntelang in ihrem Haus Evergerstraße 12. Hans Paas war von Beruf Konstrukteur. Gegen Ende seines Lebens wohnte er in Heimersdorf. Am 16.11.1977 starb er in Köln.
Hans Paas zählt zu den Nachkommmen des zweitältesten Schützenkönigs unserer Bruderschaft, Everhard Rheindorf.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.170

1950/51 Anton Kuret
Er wurde am 27.05.1918 in Schramberg (Württemberg) geboren. Von Beruf war er Facharbeiter. Seine Ehefrau und Königin, Margret Klein, stammte aus altem Flittarder Geschlecht. Ihr Ur-Großvater war der König von 1897/98. Die Eheleute wohnten in der Hufelandstraße 149. In den 1990er Jahren feierten sie Goldhochzeit. Am 11.02.1996 starb Anton Kuret.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.171

1951/52 Heinrich Milz
Seine Eltern stammten beide aus Marmagen/Eifel. Unmittelbar nach deren Hochzeit im Jahre 1907 zogen die Eltern nach Flittard, vermutlich schon in das von Peter Roggendorf neu erbaute Haus Flittarder Hauptstraße 52, wo sie fortan eine Bäckerei betrieben. Schon 1908 wurde hier die erste Tochter geboren. Als letztes von 4 Kindern kam am 30.01.1914 Heinrich Milz zur Welt. Laut Grevens Adressbuch von 1931 hatten die Eltern inzwischen Haus und Bäckerei von Peter Roggendorf erworben.
1945 heiratete Heinrich Milz Elisabeth Hahn aus Stammheim, eine Enkelin des Schützenkönigs von 1887/88.
Heinrich Milz starb am 12.06.1978 in Flittard, seine Ehefrau und Königin starb hochbetagt erst im Jahr 2013 im Alter von 96 Jahren.
Übrigens existiert die ''Bäckerei Milz'' heute noch in Marmagen, betrieben von den Nachfahren eines in Marmagen verbliebenen Onkels von Heinrich Milz.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.172

1952/53 Hans Niesen
Schützenkönig 1952/53 u. 1965/66
Er wurde am 22.06.1923 geboren. Sein Elternhaus stand in der Leverkusener Straße 21, wo sein Vater (König von 1929/30) ein Baugeschäft betrieb. Zur Unterscheidung von anderen Trägern des gleichen Nachnamens erhielten die Familienmitglieder den Beinamen ''Kippe''. Wie sein Vater, so hieß auch er im Volksmund ''Kippe Hennes''. Sein erstes Königsjahr absolvierte Hans Niesen mit seiner Mutter, Christine geb. Krämer, das zweite mit seiner Frau, Anna geb. Leuwer. Später wohnten die Eheleute in der Paulinenhofstraße 30, dem früheren ''Betsaal'' der evangelischen Kirchengemeinde. Hans Niesen starb am 13.12.1994.
Sohn Hans-Peter Niesen wurde 1972/73 Schülerprinz der Bruderschaft.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.173

1953/54 Hermann Weber
Er wurde am 08.06.1914 als neuntes von 11 Kindern auf dem elterlichen Hof in der Alradstraße 15 geboren. Der König von 1902/03 war sein Onkel. 1941 heiratete Hermann Weber Elfriede Rebbe aus Lünen-Horstmar. Die Familie wohnte zunächst weiterhin im Elternhaus des Ehemannes. Hermann erlernte das Schlosserhandwerk und erwarb den Meisterbrief. Nach dem Krieg betrieb er seine Werkstatt einige Jahre lang in der alten Schmiede, Flittarder Hauptstatt 74, die zu der Zeit seiner verwitweten Tante, Gertrud Klein, geb. Weber gehörte.
Später wohnten die Eheleute in der Spemannstraße 42. Hermann Weber starb am 06.03.1986. Auch Hermann Weber zählt zu den Nachkommmen des zweitältesten Schützenkönigs unserer Bruderschaft, Everhard Rheindorf.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.174

1954/55 Peter Neschen
Er wurde am 18.06.1903 in Stammheim in der Gisbertstraße geboren. Kurz darauf zogen seine Eltern nach Flittard, wo die Familie in der Pützlachstraße 61 wohnte. Peter Neschen lernte das Schlosserhandwerk und war bei den Farbenfabriken Bayer beschäftigt. 1929 heiratete er die aus Mehren, Kreis Daun, stammende Luise Koch. Die Familie wohnte zunächst in der Pützlachstraße 29. Ende 1954, d.h. im Laufe ihres Königsjahres, zogen sie in die Hubertusstraße 29 um. Peter Neschen starb im Oktober 1992 im Alter von 89 Jahren.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.175

1955/56 Hans Malzkorn
Er wurde am 10.02.1924 in Flittard geboren. Sein Elternhaus steht in der Evergerstraße 21. Später wohnte er mit seiner Ehefrau und Königin, Maria Malzkorn, geb. Loch, in der Semmelweisstraße 157. Von Beruf war Hans Malzkorn kaufmännischer Angestellter. Er starb am 07.07.1999. Maria Malzkorn ist von den im Jahr 2018 noch lebenden ehemaligen Königinnen der Flittarder Schützenbruderschaft diejenige, deren Königsjahr am längsten zurückliegt, nämlich 63 Jahre. Älteste noch lebende Königin ist Mathilde Engels, geb. Schmitz, Königin 1972/73.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.176

Eine kurze Zusammenfassung der Lebensgeschichte der nachfolgenden Könige wird kommenden Generationen überlassen. Auszugsweise wird zu einigen Königspaaren lediglich die Inschrift auf den jeweiligen Königsschildern wiedergegeben:

1956/57 Theodor Roggendorf
Theo Roggendorf Schützenkönig Elisabeth Roggendorf geb. Dick Schützenkönigin.
Ein armer Landwirt hier auf Erden kann auch mal Schützenkönig werden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.177

1957/58 Christian Gross
Christian Gross Schützenkönig. Maria Gross geb. Freitag Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.178

1958/59 Willi Schorn
Willi Schorn Schützenkönig. Lilly Schorn geb. Rooth Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.179

1959/60 Hans Leitermann
Hans Leitermann Schützenkönig. Christel Leitermann geb. Geuer Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.180

1960/61 Peter Niesen
Er wurde am 06.04.1895 in Mülheim geboren. Von Beruf war er kaufm. Angestellter.
Peter Niesen Schützenkönig. Ida Niesen geb. Neuser Schützenkönigin.

1961/62 Franz Goracy
Franz Goracy Schützenkönig. Anna Gertrud Goracy geb. Roggendorf Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.182

1962/63 Willi Kremer
Willi Kremer Schützenkönig. Maria Kremer geb. Mohren Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.183

1963/64 Josef Leitermann
Josef Leitermann Schützenkönig. Christine Leitermann geb. Geuer Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.184

1964/65 Gerd Paffrath
Gerd Paffrath Schützenkönig. Luise Paffrath geb. Funck Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.185

1965/66 Hans Niesen
Hans Niesen Schützenkönig. Anna Niesen geb. Leuwer Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.186

1966/67 Theodor Kissel
Theodor Kissel Schützenkönig. Gertrud Kissel geb. Sommerhauser Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.187

1967/68 Willi Schorn
Willi Schorn Schützenkönig. Lilli Schorn geb. Rooth Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.188

1968/69 Hans Theisen
Hans Theisen Schützenkönig. Jutta Theisen geb. Glaser Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.189

1969/70 Hans Kühle
Hans Kühle Schützenkönig. Christine Kühle geb. Nolden Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.190

1970/71 Hans Leitermann
Hans Leitermann Schützenkönig. Christine Leitermann geb. Geuer Schützenkönigin.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.191

1971/72 Willi Kremer
KöNIG WILLI KREMER. KöNIGIN MARIA KREMER GEB. MOHREN FLITTARD.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.192

1972/73 Max Engels
S.Sebastianus Schützenbruderschaft Köln Flittard Schützenkönig 1972-73 Max Engels Königin Mathilde Engels geb. Schmitz.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.193

1973/74 Theo Roggendorf
Anno 1715 Bungartshof
Theo Roggendorf - Maria geb. Than Schützen Königsp. 1973-74.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.194

1974/75 Detlef Ehlenz
Detlef Ehlenz, Anna geb. Woitzik Schützen König 1974-1975 Köln-Flittard.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.195

1975/76 Willi Fuss
Schützenkönig Köln-Flittard. 1975-76 Willi Fuss Königin Maria Fuss geb. Himmelreich.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.196

1976/77 Hubert Berns
Schützenkönigspaar zu Köln-Flittard Hubert Berns Liesel geb. Fahl
1976-1977. Im Jahre der Olympiade errang ich um Mitternacht 0,03 Uhr die Königswürde.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.197

1977/78 Walter Kissel
KöNIGSPAAR 1977 1978 WALTER KISSEL SUSANNE KISSEL GEB. KLOOCK ST. SEBASTIANUS KöLN-FLITTARD.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.198

1978/79 Stefan Hammes
Schützenkönig im Jahr der 3 Päpste 1978-79 Flittard. Stefan Hammes und Anneliese geb. Odenthal.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.199

1979/80 Walter Lerche
Köln-Flittard Schützenkönig Walter Lerche Marianne geb. Kremer 1979 1980.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.200

1980/81 Wolfgang Hübert
Wolfgang Marlene Hübert 1980-1981.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.201

1981/82 Peter Kissel
Peter Kissel Elisabeth Kissel Schützenkönig 1981 Köln-Flittard 1982.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.202

1982/83 Joachim Löchner
Schützenkönig 1982-1983 Joachim Löchner und Carmen geb. Gausrab Köln-Flittard.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.203

1983/84 Peter Stadlmair
Schützenkönig zu Köln-Flittard Peter Stadlmair 1983 Ingrid geb. Woitera 1984.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.204

1984/85 Dieter Hilche
Dieter und Sigrid Hilche 1984-85. Königspaar Dieter und Sigrid Hilche.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.205

1985/86 Franz Goracy
HEILIGER FLORIAN SCHÜTZE UNS
Königspaar 1985-1986 Franz u. Ursula Goracy.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.206

1986/87 Peter Schmitz
SCHüTZENKöNIG * BRUDERMEISTER KäTHE U. PETER SCHMITZ.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.207

1987/88 Bruno Odenthal
Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren.
Königspaar Bruno u. Christine Odenthal 1987-88.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.208

1988/89 Sigmar Fischer
KÖNIGSPAAR 1988-1989 Sigmar und Gerda Fischer.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.209

1989/90 Norbert Fuhrmann
Schützenkönigspaar von Vlittart 989 Flittard 1989-90 Norbert u. Irmgard Fuhrmann.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.210

1990/91 Wilfried Schröder
Schützenkönigspaar 1990/91 Margot & Wilfried Schröder.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.211

1991/92 Ralf Fischer
Ralf u. Monika Fischer.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.212

1992/93 Dieter Hilche

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.213

1993/94 Thomas Schmitz
400 JAHRE Flittarder St. Seb. Schützenbruderschaft 1594
Jubelkönigspaar Sabine + Thomas Schmitz 1993/94.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.214

1994/95 Norbert Fuhrmann
Anläßlich des 400jährigen Jubiläums Schützenkönigspaar 94/95 Norbert Fuhrmann und Mutter Irmgard geb. Müller.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.215

1995/96 Heinz-Josef Vortmann
Schützenpaar 95/96 Josef Vortmann Mutter Johanna.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.216

1996/97 Hans-Peter Roggendorf

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.217

1997/98 Hans Georg Vortmann

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.218

1998/99 Wilfried Schröder

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.219

1999/2000 Ralf Kleefuß
Schützenkönigspaar 1999 2000 Monika und Ralf Kleefuß.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.220

2000/01 Peter Daßen

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.221

2001/02 Franz Goracy

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.222

2002/03 Ralf Fischer
Königspaar 2002/03 RALF U. GERTRUD FISCHER.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.223

2003/04 Hans Georg Vortmann

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.224

2004/05 Bruno Odenthal
Königspaar Ilona und Bruno Odenthal - Flittard 2004 - 2005.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.225

2005/06 Sven Kalbitzer
Eingeladen zum Fest des Glaubens. Die Welt zu Gast bei Freunden.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.226

2006/07 Andreas Thöne

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.227

2007/08 Willi Heuser

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.228

2008/09 Andreas Köhler

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.229

2009/10 Heinz Roggendorf

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.230

2010/11 Torsten Kissel

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.231

2011/12 Hans Georg Vortmann
Kaiserpaar HANS GEORG & ROSWITHA VORTMANN 2011-2012

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.232

2012/13 Christoph Schmitz

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.233

2013/14 Ralf Fischer

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.234

2014/15 Hans Georg Vortmann

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.235

2015/16 Theo Karbig
Das Schild hat die Form einer Lyra. Die Lyra, eines der ältesten Instrumente, symbolisiert die Musik (Theo ist Vorsitzender des Kirchenchores Cäcilia in Flittard). Auf der Lyra ist das Wappen Flittards (links) und das der Stadt Köln (rechts) aufgeprägt. Dazu zeigt die Vorderseite die Kirche St.Hubertus in Flittard in einer (bisher ungewöhnlichen) Ansicht von West nach Ost. Königspaar Theo & Heike Karbig mit Andreas, Anja & Laura.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.236

2016/17 Andreas Köhler
St. Sebastianus Bruderschaft Köln-Flittard von 1594. KÖNIGSPAAR Andreas und Bettina Köhler mit den Kindern Maximilian, Matthias, Katharina und Johanna.

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.237

2017/18 Christoph Schmitz

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.238

2018/19 Marco Berendt

  • Siehe auch in der Königsliste unter: 8.1.239